Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026
Wahl zum 9. Landtag am 6. September 2026 – endgültiges Ergebnis
Zuletzt aktualisiert am 1. Oktober 2026

Gebäude des Landtags von Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Foto: Axel Tschentscher, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0, bearbeitet
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 ist die AfD mit 43,8 Prozent der Zweitstimmen stärkste Partei geworden. Nach dem endgültigen amtlichen Ergebnis erhält sie 39 von 83 Sitzen und verfehlt die absolute Mehrheit von 42 Sitzen. Die CDU fiel auf 17,2 Prozent.1
Die Wahlbeteiligung lag bei 77,8 Prozent, nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung so hoch wie bei keiner Landtagswahl in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung.2 Die bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP hat ihre Mehrheit verloren; eine neue Regierung ist noch nicht gebildet (Stand: 1. Oktober 2026).
Hinweis: Alle Zahlen auf dieser Seite beruhen auf dem endgültigen Ergebnis, das der Landeswahlausschuss am 22. September 2026 festgestellt hat. Die Sitzverteilung blieb gegenüber dem vorläufigen Ergebnis unverändert.3
Ergebnis der Landtagswahl
Ergebnis
Sitzverteilung
Wahlbeteiligung
Mit 77,8 Prozent lag die Wahlbeteiligung so hoch wie bei keiner Landtagswahl in Sachsen-Anhalt seit 1990; 2021 hatten nur 60,3 Prozent gewählt.2 Den Tiefstwert gab es 2006 mit 44,4 Prozent.4
Direktmandate
Die AfD gewann 38 der 41 Wahlkreise. Die Linke setzte sich in den Wahlkreisen Halle II, Halle III und Magdeburg II durch. Die CDU gewann keinen Wahlkreis; alle 15 CDU-Abgeordneten ziehen über die Landesliste ein.1
Einordnung
- Die AfD hat ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppelt (+23,0 Prozentpunkte).
- Für die CDU ist es laut bpb das schlechteste Ergebnis, das sie bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erzielt hat.2
- Das BSW trat erstmals an und zog mit 5,3 Prozent in den Landtag ein. Die FDP ist nicht mehr im Landtag vertreten.
- Der Landtag verkleinert sich von 97 auf 83 Sitze, die gesetzliche Mindestgröße, weil keine Überhang- und Ausgleichsmandate anfielen.4
- Der AfD-Landesverband wird vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.5
Stand der Regierungsbildung
Rechnerisch kommen zwei Bündnisse auf eine Mehrheit: AfD und BSW mit 44 Sitzen sowie CDU, SPD, Grüne, Linke und BSW mit ebenfalls 44 Sitzen. CDU, SPD und Grüne hätten zusammen 31 Sitze, mit der Linken 39.1 6
AfD: Spitzenkandidat Ulrich Siegmund beansprucht den Regierungsauftrag. Am Wahlabend sagte er: „Im Notfall würde es halt Neuwahlen geben“. AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla brachte eine vom BSW geduldete Minderheitsregierung ins Spiel.6 Am 8. September lud die AfD alle Landtagsparteien zu Sondierungsgesprächen ein.7 Am 29. September kündigte Siegmund, inzwischen Co-Vorsitzender der AfD-Fraktion, an, sich in der Dezember-Sitzung des Landtags zur Wahl als Ministerpräsident zu stellen. Er strebe „keine klassische Minderheitsregierung“ an, sondern ein „Format der Stabilität“, zu dem er keine Einzelheiten nannte. Vor der Wahl hatte er ausgeschlossen, ohne eigene absolute Mehrheit zu regieren.8
BSW: Der Landesvorstand beschloss einstimmig, mit der AfD zu sprechen, unter anderem über Energieversorgung, Bildung und Friedenspolitik. Landeschef Thomas Schulze hält an seinem Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten fest. Parteigründerin Sahra Wagenknecht schloss eine formelle Koalition aus, will parlamentarische Mehrheiten aber auch mit der AfD nutzen.7 Die Gespräche zwischen AfD und BSW über Inhalte, die eine AfD-geführte Minderheitsregierung umsetzen müsste, dauerten Ende September an; Ergebnisse wurden nicht bekannt. Bei der Wahl des Ministerpräsidenten will sich das BSW nach eigener Ankündigung enthalten.8
CDU, SPD, Grüne und Linke lehnten das Gesprächsangebot der AfD ab. Die CDU hat Koalitionen mit AfD und Linke per Parteitagsbeschluss ausgeschlossen. Ministerpräsident Sven Schulze erklärte am 7. September, die CDU sehe ihre Rolle in der Opposition. Er kandidiert nicht erneut für den CDU-Landesvorsitz; den Vorsitz der CDU-Landtagsfraktion übernahm er nach einer Kampfabstimmung gegen den bisherigen Fraktionschef Guido Heuer.9 Die SPD lud CDU, Grüne, Linke und BSW zu Gesprächen ein, unter anderem über den Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten; die CDU lehnte ab und blieb bei ihrem Beschluss, in die Opposition zu gehen.10 SPD, Grüne, Linke und BSW trafen sich am 29. September zu einem ersten Austausch und wollen die Gespräche nach der konstituierenden Sitzung fortsetzen. Zusammen haben diese vier Fraktionen 29 Sitze, eine Mehrheit gäbe es nur mit der CDU.8
Wie es weitergeht
- Der neue Landtag muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl zusammentreten; die konstituierende Sitzung ist für den 6. Oktober 2026 um 11 Uhr angesetzt.11 Laut Geschäftsordnung schlägt die stärkste Fraktion den Landtagspräsidenten vor.6
- Der Ministerpräsident wird geheim und ohne Aussprache gewählt. Im ersten Wahlgang ist die Mehrheit der Mitglieder nötig (42 Stimmen). Scheitert die Wahl, folgt binnen sieben Tagen ein zweiter Wahlgang.
- Scheitert auch dieser, entscheidet der Landtag binnen 14 Tagen über eine vorzeitige Beendigung der Wahlperiode. Kommt kein solcher Beschluss mit der Mehrheit der Mitglieder zustande, reicht in einem weiteren Wahlgang die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen; Enthaltungen zählen dabei nicht als abgegebene Stimmen.
- Mit dem Zusammentritt des neuen Landtags endet die Amtszeit der bisherigen Regierung unter Sven Schulze; sie führt die Geschäfte bis zur Wahl eines Nachfolgers weiter.
Quellen: Landtag von Sachsen-Anhalt, ZDFheute.12 6 Siehe auch Mögliche Koalitionen.
Ausgangslage vor der Wahl
Bei der Landtagswahl am 6. Juni 2021 war die CDU mit 37,1 Prozent stärkste Partei geworden, vor der AfD mit 20,8 Prozent. CDU, SPD und FDP bildeten unter Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) eine Koalition.4
Haseloff kündigte im August 2025 an, nicht erneut zu kandidieren. Am 28. Januar 2026 wählte der Landtag den bisherigen Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) im ersten Wahlgang mit 58 Stimmen zum Ministerpräsidenten; die Koalition blieb unverändert.13
Den Wahltermin hatte der Landtag am 13. Mai 2025 beschlossen.14 Die Wahlperiode dauert fünf Jahre.
Spitzenkandidaten
| Partei | Spitzenkandidat(in) |
|---|---|
| CDU | Sven Schulze, Ministerpräsident |
| AfD | Ulrich Siegmund |
| Die Linke | Eva von Angern |
| SPD | Armin Willingmann, Wissenschafts- und Energieminister |
| FDP | Lydia Hüskens, Infrastrukturministerin |
| Grüne | Susan Sziborra-Seidlitz |
| BSW | Thomas Schulze und Claudia Wittig |
Quelle: Wikipedia.15
Landtagswahlen seit 1990
Die CDU war in Sachsen-Anhalt bei sieben der bisher neun Landtagswahlen stärkste Partei; nur 1998 lag die SPD vorn, 2026 erstmals die AfD. Die PDS beziehungsweise Linke kam bis 2016 auf Werte zwischen 12 und 24 Prozent, die AfD stieg von 24,3 Prozent bei ihrem ersten Antritt 2016 über 20,8 Prozent 2021 auf 43,8 Prozent.4
Letzte Umfragen und Ergebnis im Vergleich
Diagramm
Je Institut
Die letzte Umfrage je Institut vor der Wahl, verglichen mit dem endgültigen Ergebnis. Die mittlere Abweichung ist der Durchschnitt der absoluten Abweichungen bei sieben Parteien (AfD, CDU, SPD, Grüne, Linke, BSW, FDP) in Prozentpunkten:16
| Institut | Auftraggeber | Veröffentlicht | AfD | CDU | SPD | Grüne | Linke | BSW | FDP | Mittl. Abw. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Forschungsgruppe Wahlen | ZDF | 03.09.2026 | 41 % | 23 % | 8,5 % | 6 % | 11,5 % | 4 % | 3 % | 2,42 |
| INSA | NIUS | 02.09.2026 | 43 % | 22 % | 7 % | 5 % | 12 % | 4 % | 3 % | 2,42 |
| Infratest dimap | ARD | 26.08.2026 | 42 % | 22 % | 8 % | 6 % | 11 % | 4 % | 3 % | 2,13 |
| pollytix | Campact | 12.08.2026 | 43 % | 23 % | 7 % | 5 % | 13 % | 4 % | 2 % | 2,73 |
| Endgültiges Ergebnis | 06.09.2026 | 43,8 % | 17,2 % | 9,3 % | 8,9 % | 8,6 % | 5,3 % | 2,6 % | ||
Alle Institute sahen die CDU zu hoch, um 4,8 bis 5,8 Prozentpunkte. Grüne und BSW wurden unterschätzt. Die AfD lag in den letzten Umfragen zwischen 41 % und 43 %. Mehr zur Genauigkeit von Umfragen: Verlässlichkeit der Umfragen.
wahlrecht.de versieht den Auftraggeber NIUS mit dem Hinweis, er unterliege „weder der freiwilligen Selbstkontrolle durch den Deutschen Presserat noch der Programmkontrolle durch Rundfunkräte“.16
Weiterführende Artikel
- bpb: Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026: AfD stärkste Kraft
- ZDFheute: Sachsen-Anhalt: Schwierige Regierungsbildung nach AfD-Erfolg (07.09.2026)
- ZDFheute: Nach der Landtagswahl: So könnte es jetzt weitergehen
- ZDFheute: BSW will mit AfD sondieren
- ZDFheute: Wie die Bundespolitik auf die Sachsen-Anhalt-Wahl reagiert (07.09.2026)
- tagesschau: Grafiken und Analysen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026
- Süddeutsche Zeitung: Schulze gewinnt Kampfkandidatur um CDU-Fraktionsvorsitz
- Landtag von Sachsen-Anhalt: Wie entsteht die neue Landesregierung?
- wahlrecht.de: Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026
- Landtag von Sachsen-Anhalt: Amtliches Endergebnis der Wahl steht fest (22.09.2026)
- ZDFheute: AfD-Wahlsieger Siegmund: Stelle mich im Dezember zur Wahl (29.09.2026)
Einzelnachweise
-
Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Landtagswahl 2026 – Ergebnisse Land und Downloads (endgültige Ergebnisse, Sitzverteilung und gewählte Abgeordnete), endgültiges Ergebnis, Stand 22.09.2026; Prozentwerte mit zwei Nachkommastellen aus den Stimmenzahlen berechnet. ↩ ↩2 ↩3
-
Bundeszentrale für politische Bildung, Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026: AfD stärkste Kraft. ↩ ↩2 ↩3
-
Landtag von Sachsen-Anhalt, Amtliches Endergebnis der Wahl steht fest, 22.09.2026. ↩
-
wahlrecht.de, Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. ↩ ↩2 ↩3 ↩4
-
ZDFheute, Sachsen-Anhalt: Schwierige Regierungsbildung nach AfD-Erfolg, 07.09.2026. ↩
-
ZDFheute, Nach der Landtagswahl: So könnte es jetzt weitergehen, 07.09.2026. ↩ ↩2 ↩3 ↩4
-
ZDFheute, BSW will mit AfD sondieren, 09.09.2026. ↩ ↩2
-
ZDFheute (dpa), AfD-Wahlsieger Siegmund: Stelle mich im Dezember zur Wahl, 29.09.2026. ↩ ↩2 ↩3
-
Süddeutsche Zeitung, Schulze gewinnt Kampfkandidatur um CDU-Fraktionsvorsitz, 08.09.2026. ↩
-
t-online (dpa), Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt: CDU lehnt Gespräche mit SPD ab, 24.09.2026. ↩
-
Landtag von Sachsen-Anhalt, Konstituierung findet am 6. Oktober statt, 17.09.2026. ↩
-
Landtag von Sachsen-Anhalt, Wie entsteht die neue Landesregierung?. ↩
-
Wikipedia, Kabinett Schulze, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt, Terminkalender für die Vorbereitung und Durchführung der Landtagswahl (PDF; Beschluss des Landtags vom 13.05.2025, Drs. 8/5517). ↩
-
Wikipedia, Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
wahlrecht.de, Sonntagsfrage Sachsen-Anhalt, letzte Umfrage vom 03.09.2026. ↩ ↩2






