Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026
Wahl zum 9. Landtag am 6. September 2026 – vorläufiges Ergebnis

Gebäude des Landtags von Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Foto: Axel Tschentscher, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 ist die AfD mit 43,8 Prozent der Zweitstimmen stärkste Partei geworden. Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis erhält sie 39 von 83 Sitzen und verfehlt die absolute Mehrheit von 42 Sitzen. Die CDU fiel auf 17,2 Prozent.1
Die Wahlbeteiligung lag bei 77,8 Prozent, nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung so hoch wie bei keiner Landtagswahl in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung.2 Die bisherige Koalition aus CDU, SPD und FDP hat ihre Mehrheit verloren; eine neue Regierung ist noch nicht gebildet (Stand: 14. September 2026).
Hinweis: Alle Zahlen auf dieser Seite beruhen auf dem vorläufigen Ergebnis. Das endgültige Ergebnis stellt der Landeswahlausschuss fest; es war am 14. September 2026 noch nicht veröffentlicht.
Vorläufiges Ergebnis der Landtagswahl
Ergebnis
Sitzverteilung
Mehrheiten
Wahlen seit 1990
Wahlbeteiligung
Tabelle
| Partei | Zweitstimmen | % | Erststimmen % | Direktmandate | Sitze |
|---|---|---|---|---|---|
| AfD | 576.037 | 43,8 | 44,3 | 38 | 39 |
| CDU | 226.622 | 17,2 | 24,0 | 0 | 15 |
| SPD | 122.303 | 9,3 | 7,8 | 0 | 8 |
| Grüne | 117.498 | 8,9 | 3,5 | 0 | 8 |
| Die Linke | 112.541 | 8,6 | 12,0 | 3 | 8 |
| BSW | 69.291 | 5,3 | 3,2 | 0 | 5 |
| FDP | 33.969 | 2,6 | 3,1 | 0 | 0 |
| Freie Wähler | 15.430 | 1,2 | 1,1 | – | 0 |
| Tierschutzpartei | 14.356 | 1,1 | 0,1 | – | 0 |
| Übrige Parteien | 27.268 | 2,1 | – | – | 0 |
| Insgesamt | 1.315.315 | 41 | 83 |
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, vorläufiges Ergebnis (2.661 von 2.661 Wahlbezirken); Prozentwerte eigene Berechnung aus den amtlichen Daten.1 Zur Wahl standen 15 Parteien mit Landeslisten.
- Wahlberechtigte: 1.706.851
- Wählerinnen und Wähler: 1.328.211
- Wahlbeteiligung: 77,8 % (2021: 60,3 %)
- Ungültige Zweitstimmen: 12.896
Direktmandate
Die AfD gewann 38 der 41 Wahlkreise. Die Linke setzte sich in den Wahlkreisen Halle II, Halle III und Magdeburg II durch. Die CDU gewann keinen Wahlkreis; laut Wikipedia erhielten damit erstmals alle CDU-Abgeordneten ihr Mandat über die Landesliste.3
Einordnung
- Die AfD hat ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppelt (+23,0 Prozentpunkte).
- Für die CDU ist es laut bpb das schlechteste Ergebnis, das sie bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erzielt hat.2
- Das BSW trat erstmals an und zog mit 5,3 Prozent in den Landtag ein. Die FDP ist nicht mehr im Landtag vertreten.
- Der Landtag verkleinert sich von 97 auf 83 Sitze, die gesetzliche Mindestgröße, weil keine Überhang- und Ausgleichsmandate anfielen.4
- Der AfD-Landesverband wird vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.5
Stand der Regierungsbildung
Rechnerisch kommen laut ZDFheute zwei Bündnisse auf eine Mehrheit: AfD und BSW mit 44 Sitzen sowie CDU, SPD, Grüne, Linke und BSW mit ebenfalls 44 Sitzen. CDU, SPD und Grüne hätten zusammen 31 Sitze, mit der Linken 39.
AfD: Spitzenkandidat Ulrich Siegmund beansprucht den Regierungsauftrag. Am Wahlabend sagte er: „Im Notfall würde es halt Neuwahlen geben“. AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla brachte eine vom BSW geduldete Minderheitsregierung ins Spiel.6 Am Dienstag nach der Wahl lud die AfD alle Landtagsparteien zu Sondierungsgesprächen ein.
BSW: Der Landesvorstand beschloss einstimmig, mit der AfD zu sprechen, unter anderem über Energieversorgung, Bildung und Friedenspolitik. Landeschef Thomas Schulze hält an seinem Vorschlag eines überparteilichen Ministerpräsidenten fest. Parteigründerin Sahra Wagenknecht schloss eine formelle Koalition aus, will parlamentarische Mehrheiten aber auch mit der AfD nutzen.7
CDU, SPD, Grüne und Linke lehnten das Gesprächsangebot der AfD ab. Die CDU hat Koalitionen mit AfD und Linke per Parteitagsbeschluss ausgeschlossen. Ministerpräsident Sven Schulze erklärte am 7. September, die CDU sehe ihre Rolle in der Opposition. Er kandidiert nicht erneut für den CDU-Landesvorsitz; den Vorsitz der CDU-Landtagsfraktion übernahm er nach einer Kampfabstimmung gegen den bisherigen Fraktionschef Guido Heuer.8
Wie es weitergeht
- Der neue Landtag muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl zusammentreten, also bis zum 6. Oktober 2026.
- Der Ministerpräsident wird geheim und ohne Aussprache gewählt. Im ersten Wahlgang ist die Mehrheit der Mitglieder nötig (42 Stimmen). Scheitert die Wahl, folgt binnen sieben Tagen ein zweiter Wahlgang.
- Scheitert auch dieser, entscheidet der Landtag binnen 14 Tagen über eine vorzeitige Beendigung der Wahlperiode. Kommt kein solcher Beschluss zustande, reicht in einem weiteren Wahlgang die Mehrheit der abgegebenen Stimmen.
- Bis zur Wahl eines Nachfolgers bleibt die bisherige Regierung unter Sven Schulze geschäftsführend im Amt.
Quellen: Landtag von Sachsen-Anhalt, ZDFheute.9 6 Siehe auch Mögliche Koalitionen.
Ausgangslage vor der Wahl
Bei der Landtagswahl am 6. Juni 2021 war die CDU mit 37,1 Prozent stärkste Partei geworden, vor der AfD mit 20,8 Prozent. CDU, SPD und FDP bildeten unter Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) eine Koalition.4
Haseloff kündigte im August 2025 an, nicht erneut zu kandidieren. Am 28. Januar 2026 wählte der Landtag den bisherigen Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) mit 58 Stimmen zum Ministerpräsidenten; die Koalition blieb unverändert.10
Den Wahltermin hatte der Landtag im Mai 2025 auf den spätestmöglichen Tag gelegt. Die Wahlperiode dauert fünf Jahre.
Spitzenkandidaten
| Partei | Spitzenkandidat(in) |
|---|---|
| CDU | Sven Schulze, Ministerpräsident |
| AfD | Ulrich Siegmund |
| Die Linke | Eva von Angern |
| SPD | Armin Willingmann, Wissenschafts- und Energieminister |
| FDP | Lydia Hüskens, Infrastrukturministerin |
| Grüne | Susan Sziborra-Seidlitz |
| BSW | Thomas Schulze und Claudia Wittig |
Quelle: Wikipedia.3
Letzte Umfragen und Ergebnis im Vergleich
Diagramm
Je Institut
Die letzte Umfrage je Institut vor der Wahl, verglichen mit dem vorläufigen Ergebnis. Die mittlere Abweichung ist der Durchschnitt der absoluten Abweichungen bei sieben Parteien (AfD, CDU, SPD, Grüne, Linke, BSW, FDP) in Prozentpunkten:11
| Institut | Auftraggeber | Veröffentlicht | AfD | CDU | SPD | Grüne | Linke | BSW | FDP | Mittl. Abw. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Forschungsgruppe Wahlen | ZDF | 03.09.2026 | 41 % | 23 % | 8,5 % | 6 % | 11,5 % | 4 % | 3 % | 2,41 |
| INSA | NIUS | 02.09.2026 | 43 % | 22 % | 7 % | 5 % | 12 % | 4 % | 3 % | 2,41 |
| Infratest dimap | ARD | 26.08.2026 | 42 % | 22 % | 8 % | 6 % | 11 % | 4 % | 3 % | 2,13 |
| pollytix | Campact | 12.08.2026 | 43 % | 23 % | 7 % | 5 % | 13 % | 4 % | 2 % | 2,73 |
| Vorläufiges Ergebnis | 06.09.2026 | 43,8 % | 17,2 % | 9,3 % | 8,9 % | 8,6 % | 5,3 % | 2,6 % | ||
Alle Institute sahen die CDU zu hoch, um 4,8 bis 5,8 Prozentpunkte. Grüne und BSW wurden unterschätzt. Die AfD lag in den letzten Umfragen zwischen 41 % und 43 %. Mehr zur Genauigkeit von Umfragen: Verlässlichkeit der Umfragen.
wahlrecht.de versieht den Auftraggeber NIUS mit dem Hinweis, er unterliege „weder der freiwilligen Selbstkontrolle durch den Deutschen Presserat noch der Programmkontrolle durch Rundfunkräte“.11
Weiterführende Artikel
- bpb: Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026: AfD stärkste Kraft
- ZDFheute: Sachsen-Anhalt: Schwierige Regierungsbildung nach AfD-Erfolg (07.09.2026)
- ZDFheute: Nach der Landtagswahl: So könnte es jetzt weitergehen
- ZDFheute: BSW will mit AfD sondieren
- ZDFheute: Wie die Bundespolitik auf die Sachsen-Anhalt-Wahl reagiert (07.09.2026)
- tagesschau: Grafiken und Analysen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026
- Süddeutsche Zeitung: Schulze gewinnt Kampfkandidatur um CDU-Fraktionsvorsitz
- Landtag von Sachsen-Anhalt: Wie entsteht die neue Landesregierung?
- wahlrecht.de: Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026
Einzelnachweise
-
Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Landtagswahl 2026 – Ergebnisse Land und Downloads (vorläufige Ergebnisse und Sitzverteilung), Stand 08.09.2026. ↩ ↩2
-
Bundeszentrale für politische Bildung, Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026: AfD stärkste Kraft. ↩ ↩2
-
Wikipedia, Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026, abgerufen am 14.09.2026. ↩ ↩2
-
wahlrecht.de, Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. ↩ ↩2
-
ZDFheute, Sachsen-Anhalt: Schwierige Regierungsbildung nach AfD-Erfolg, 07.09.2026. ↩
-
ZDFheute, Nach der Landtagswahl: So könnte es jetzt weitergehen, September 2026. ↩ ↩2
-
ZDFheute, BSW will mit AfD sondieren, September 2026. ↩
-
Süddeutsche Zeitung, Schulze gewinnt Kampfkandidatur um CDU-Fraktionsvorsitz, 08.09.2026. ↩
-
Landtag von Sachsen-Anhalt, Wie entsteht die neue Landesregierung?. ↩
-
Wikipedia, Kabinett Schulze, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
wahlrecht.de, Sonntagsfrage Sachsen-Anhalt, letzte Umfrage vom 03.09.2026. ↩ ↩2
Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026.






