Landtagswahl in Niedersachsen 2027

Wahl zum 20. Niedersächsischen Landtag am 26. September 2027

Leineschloss in Hannover, Sitz des Niedersächsischen Landtags

Leineschloss in Hannover, Sitz des Niedersächsischen Landtags. Foto: Bärbel Miemietz, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0

In Niedersachsen wird am Sonntag, dem 26. September 2027, der 20. Landtag gewählt. Die Landesregierung hat den Termin am 11. August 2026 festgelegt: Das Kabinett beschloss eine vom Innenministerium vorgelegte Verordnung. Gewählt wird von 8 bis 18 Uhr.1

Nach der Niedersächsischen Verfassung muss die Neuwahl frühestens 56 und spätestens 59 Monate nach Beginn der Wahlperiode stattfinden. Der 19. Landtag hatte sich am 8. November 2022 konstituiert.2

Umfragen zur Landtagswahl in Niedersachsen

Laut der neuesten Umfrage (INSA; veröffentlicht am 11.09.2026) liegt die SPD mit 26,0 % vor der CDU (22,0 %) und der AfD (21,0 %).3

Umfragen

Ausgangslage 2022

Sitze 2022

Entwicklung der Umfragewerte

Seit Februar 2025 hat die AfD am stärksten zugelegt: von 16,0 % auf 21,0 %. Die CDU verlor im selben Zeitraum am meisten – von 30,0 % auf 22,0 %. Nahezu unverändert blieb die FDP (5,0 %). Gegenüber dem Vormonat (April 2026) gewannen die Grünen 3,0 Punkte, die CDU verlor 3,0 Punkte. Das Diagramm zeigt für jeden Monat den Mittelwert aller in diesem Monat veröffentlichten Umfragen.

Ausgangslage: die Landtagswahl 2022

Bei der Landtagswahl am 9. Oktober 2022 blieb die SPD unter Ministerpräsident Stephan Weil trotz leichter Verluste mit 33,4 Prozent stärkste Partei. Die CDU kam auf 28,1 Prozent, die Grünen auf 14,5 Prozent. Die AfD erreichte 11,0 Prozent. Die FDP scheiterte mit 4,7 Prozent knapp am Wiedereinzug, die Linke kam auf 2,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,3 Prozent.

Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen, endgültiges Ergebnis.4 Der Landtag führt derzeit zwei fraktionslose Abgeordnete, Stefan Marzischewski-Drewes und Jozef Rakicky.5

Regierung: SPD und Grüne

SPD und Grüne bildeten nach der Wahl eine Koalition (Kabinett Weil III). Am 1. April 2025 kündigte Weil seinen Rückzug an und schlug Wirtschaftsminister Olaf Lies als Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten und im SPD-Landesvorsitz vor.6 Der Landtag wählte Lies am 20. Mai 2025 im ersten Wahlgang mit 80 von 143 gültigen Stimmen zum Ministerpräsidenten; er setzt die rot-grüne Koalition fort.7

Spitzenkandidaten

Partei Spitzenkandidat(in)
SPD Olaf Lies, Ministerpräsident und Landesvorsitzender (noch nicht förmlich nominiert)
CDU Sebastian Lechner, Landes- und Fraktionsvorsitzender (noch nicht förmlich nominiert)
AfD noch nicht nominiert
Grüne noch nicht nominiert
Die Linke noch nicht nominiert
FDP noch nicht nominiert

Mögliche Koalitionen

Für eine Mehrheit im Landtag ist mehr als die Hälfte der Sitze nötig. Sitze erhalten nur Parteien mit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen. Laut der letzten Umfrage lägen 6 Parteien bei mindestens fünf Prozent (SPD, CDU, AfD, Grüne, Die Linke, FDP). Rechnet man ihren Anteil unter diesen Parteien, ergäbe sich rechnerisch folgendes Bild (vereinfachte Rechnung ohne Überhang- und Ausgleichsmandate):

  • SPD und Grüne (bisherige Koalition): 43,2 % der Sitze – keine Mehrheit
  • SPD und CDU: 50,5 % der Sitze – rechnerische Mehrheit
  • CDU und Grüne: 38,9 % der Sitze – keine Mehrheit
  • SPD, Grüne und Linke: 49,5 % der Sitze – keine Mehrheit
  • CDU und AfD: 45,3 % der Sitze – keine Mehrheit

Belegte Koalitionsaussagen der Parteien für 2027 liegen noch nicht vor. Die CDU lehnt nach einem Bundesparteitagsbeschluss von 2018 Koalitionen mit AfD und Linke ab (siehe Mögliche Koalitionen).

Wahlrecht in Niedersachsen

  • Jede Person hat zwei Stimmen: Mit der Erststimme wird in einem Wahlkreis ein Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme die Landesliste einer Partei.
  • Neu 2027: Der Landtag beschloss am 3. März 2026 eine neue Wahlkreiseinteilung mit 90 statt 87 Wahlkreisen. Anlass war ein Urteil des Staatsgerichtshofs vom Dezember 2024, der die bisherige Einteilung wegen zu großer Unterschiede in der Bevölkerungszahl für verfassungswidrig erklärt hatte.
  • Neu 2027: Die 135 regulären Sitze werden nach dem Sainte-Laguë-Verfahren statt nach d’Hondt verteilt.
  • Es gilt die Fünf-Prozent-Hürde.
  • Gewinnt eine Partei Überhangmandate, wird die Sitzzahl um das Doppelte der Überhangmandate erhöht und neu verteilt. Danach verbleibende Überhangmandate bleiben ohne Ausgleich.
  • Parteien, die nicht im Bundestag oder Landtag vertreten sind, brauchen für eine Landesliste 2.000 Unterstützungsunterschriften, für einen Kreiswahlvorschlag 100.

Quelle: Wikipedia.2

Landtagswahlen in Niedersachsen seit 1990

Parteien

Wahlbeteiligung

Tabelle

Jahr SPD CDU Grüne FDP Linke¹ AfD Beteiligung Sitze
1990 44,2 42,0 5,5 6,0 74,6 155
1994 44,3 36,4 7,4 4,4 73,8 161
1998 47,9 35,9 7,0 4,9 73,8 157
2003 33,4 48,3 7,6 8,1 0,5 67,0 183
2008 30,3 42,5 8,0 8,2 7,1 57,1 152
2013 32,6 36,0 13,7 9,9 3,1 59,4 137
2017 36,9 33,6 8,7 7,5 4,6 6,2 63,1 137
2022 33,4 28,1 14,5 4,7 2,7 11,0 60,3 146

Zweitstimmen bzw. Wahlbeteiligung in Prozent. ¹ 2003 PDS. Quelle: wahlrecht.de; AfD 2022 laut Landesamt für Statistik (wahlrecht.de: 10,9 %).8 4

Weiterführende Artikel

Einzelnachweise

  1. Niedersächsische Staatskanzlei, Der Niedersächsische Landtag wird am 26. September 2027 neu gewählt, 11.08.2026.

  2. Wikipedia, Wahl zum 20. Niedersächsischen Landtag, abgerufen am 14.09.2026. 2

  3. wahlrecht.de, Sonntagsfrage Niedersachsen, Stand 11.09.2026.

  4. Landesamt für Statistik Niedersachsen, Landtagswahl 2022: Endgültige Ergebnisse und Vergleichszahlen (PDF) und Sitzverteilung nach dem endgültigen Ergebnis (PDF). 2

  5. Landtag Niedersachsen, Fraktionslose Abgeordnete, abgerufen am 14.09.2026.

  6. NDR, Stephan Weil tritt zurück und gibt an Olaf Lies ab, 03.04.2025.

  7. ZDFheute, Niedersachsen: SPD-Mann Olaf Lies ist neuer Ministerpräsident, 20.05.2025.

  8. wahlrecht.de, Landtagswahlen in Niedersachsen, abgerufen am 14.09.2026.

Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026.

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