Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026

Wahl zum 18. Landtag am 8. März 2026 – amtliches Endergebnis

Haus des Landtags von Baden-Württemberg in Stuttgart

Haus des Landtags von Baden-Württemberg in Stuttgart. Foto: Julian Herzog, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY 4.0

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 wurden die Grünen mit 30,2 Prozent knapp stärkste Partei vor der CDU mit 29,7 Prozent. Beide Parteien erhielten je 56 der 157 Sitze. Die AfD verdoppelte ihr Ergebnis nahezu auf 18,8 Prozent. FDP und Linke scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.1

Grüne und CDU setzen ihre Koalition fort. Am 13. Mai 2026 wählte der Landtag Cem Özdemir (Grüne) zum Ministerpräsidenten; er folgte auf Winfried Kretschmann.2

Amtliches Endergebnis

Ergebnis

Sitzverteilung

Wahlen seit 1992

Tabelle

Partei Zweitstimmen % Direktmandate Sitze
Grüne 1.623.208 30,2 13 56
CDU 1.595.929 29,7 56 56
AfD 1.010.574 18,8 1 35
SPD 298.297 5,5 0 10
Die Linke 236.975 4,4 0 0
FDP 235.598 4,4 0 0
Freie Wähler 102.716 1,9 0 0
Insgesamt 5.375.109 70 157

Quellen: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, endgültiges Ergebnis; Sitze nach wahlrecht.de; Direktmandate laut Wikipedia.1 3

  • Wahlberechtigte: 7.764.858
  • Wählerinnen und Wähler: 5.406.737
  • Wahlbeteiligung: 69,6 % (+5,8 Prozentpunkte)

Die CDU gewann 56 der 70 Wahlkreise, die Grünen 13. Das Direktmandat der AfD gewann Bernhard Pepperl im Wahlkreis Mannheim I. Laut Wikipedia ist die FDP erstmals seit Gründung des Landes nicht im Landtag vertreten; die SPD erzielte ihr bundesweit schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl.4

Die letzten Umfragen vor der Wahl lagen nahe am Ergebnis. Die Grünen wurden von allen Instituten unterschätzt, am stärksten von INSA (24 Prozent).5

Neues Wahlrecht

Bei dieser Wahl galt erstmals ein reformiertes Landtagswahlrecht:4

  • Zwei Stimmen: Mit der Erststimme wird in einem der 70 Wahlkreise ein Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme die Landesliste einer Partei. Bis 2021 gab es nur eine Stimme; die übrigen Sitze gingen an die „besten Verlierer“ in den Wahlkreisen.
  • Wahlalter 16: Erstmals durften bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg 16- und 17-Jährige wählen.
  • Unverändert blieben die Grundgröße von 120 Sitzen, die Fünf-Prozent-Hürde und die Sitzverteilung nach Sainte-Laguë. Überhangmandate werden nun landesweit ausgeglichen.

Die Landesregierung hatte den Wahltag am 8. April 2025 festgelegt.6

Regierungsbildung: Grün-Schwarz unter Özdemir

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel bot nach der Wahl seinen Rücktritt als Landesvorsitzender an; der Landesvorstand lehnte ab.7

  • April 2026: Nach mehr als einem Monat Gesprächen beginnen Grüne und CDU Koalitionsverhandlungen.8
  • 30. April 2026: Einigung auf einen Koalitionsvertrag.9
  • 9. und 11. Mai 2026: Parteitage von Grünen und CDU stimmen zu, anschließend Unterzeichnung des Vertrags. Es ist die dritte grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg.10
  • 13. Mai 2026: Wahl von Cem Özdemir zum Ministerpräsidenten im ersten Wahlgang mit 93 Ja-Stimmen (nötig: 79). Die Koalition verfügt über 112 Sitze.2

Stellvertretender Ministerpräsident ist Manuel Hagel (CDU). Die Wahlperiode dauert fünf Jahre; die nächste Landtagswahl findet regulär nach deren Ablauf statt.

Weiterführende Artikel

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Landtagswahl 2026 – Land Baden-Württemberg, Endgültiges Ergebnis. 2

  2. Wikipedia, Kabinett Özdemir, abgerufen am 14.09.2026. 2

  3. wahlrecht.de, Landtagswahlen in Baden-Württemberg.

  4. Wikipedia, Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026, abgerufen am 14.09.2026. 2

  5. wahlrecht.de, Sonntagsfrage Baden-Württemberg.

  6. Innenministerium Baden-Württemberg, Landtagswahl 2026 findet am 8. März statt, 08.04.2025.

  7. Tagesspiegel, Nach Wahlniederlage in Baden-Württemberg: Manuel Hagel bietet Rücktritt an – CDU lehnt ab, 09.03.2026.

  8. tagesschau, Grüne und CDU wollen Koalitionsverhandlungen starten, April 2026.

  9. SWR Aktuell, Grüne und CDU in BW einigen sich auf Koalitionsvertrag, 30.04.2026.

  10. SWR Aktuell, Koalitionsvertrag unterzeichnet, 11.05.2026.

Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026.

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