Die Linke: Partei, Führung und Umfragen vor der Bundestagswahl 2029

Die Linke: Zahlen, Personen und Entwicklungen seit der Wahl 2025

Zuletzt aktualisiert am 17. Oktober 2026

Ines Schwerdtner auf dem Parteitag der Linken in Halle 2024

Ines Schwerdtner, Parteivorsitzende der Linken, auf dem Bundesparteitag in Halle (Saale), 19. Oktober 2024. Foto: Ferran Cornellà, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0, bearbeitet

Die Linke ist mit 64 von 630 Sitzen die kleinste der drei Oppositionsfraktionen im 21. Deutschen Bundestag. Im Mittel der neuesten Umfragen liegt sie bei 11,3 % und ist damit fünftstärkste Kraft (Stand: 17.10.2026). Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 hatte die Linke 8,8 % der Zweitstimmen erhalten; 2021 war sie mit 4,9 % nur über drei Direktmandate in den Bundestag gelangt.1

Seit Juni 2026 führen Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano die Partei. Die Zahl der Mitglieder hat sich 2025 nach Angaben der Partei mehr als verdoppelt; im September 2026 waren es mehr als 131.500.2 3 In den Ländern regiert die Linke in Bremen mit, in Mecklenburg-Vorpommern bis zur Bildung einer neuen Landesregierung; dort und in Berlin sondiert sie seit Ende September 2026 mit SPD und Grünen über eine Regierung.4 5 6

Führung der Linken

Funktion Person seit / zuletzt gewählt
Parteivorsitzende Ines Schwerdtner seit 19.10.2024; bestätigt am 20.06.2026 mit 85,7 %
Parteivorsitzender Luigi Pantisano gewählt am 20.06.2026 mit 53,3 %
Stellvertretende Vorsitzende Wenke Brüdgam, Özlem Alev Demirel, Olga Fritzsche, Luise Neuhaus-Wartenberg, Theo Glauch, Ates Gürpinar 2026
Bundesgeschäftsführer Janis Ehling –
Bundesschatzmeister Sebastian Koch –
Fraktionsvorsitzende im Bundestag Heidi Reichinnek und Sören Pellmann 2025
Vizepräsident des Bundestages Bodo Ramelow 2025

Stand: 01.10.2026. Quellen: ZDFheute, Tagesspiegel, Wikipedia.7 8 9 10

Wechsel seit der Bundestagswahl 2025:

  • Am 25. Februar 2025 bildete die Linke mit 64 Abgeordneten wieder eine Fraktion im Bundestag; seit 2023 war sie nur als Gruppe vertreten. Vorsitzende sind Heidi Reichinnek und Sören Pellmann.
  • Auf dem Parteitag in Potsdam wurde Luigi Pantisano am 20. Juni 2026 ohne Gegenkandidaten mit 53,3 % zum Co-Vorsitzenden gewählt. Er folgt auf Jan van Aken, der aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut antrat. Ines Schwerdtner wurde mit 85,7 % im Amt bestätigt.
  • Van Aken beschrieb zum Abschied als seine Vision eine „sozialistische Volkspartei“; die Linke könne 20 % erreichen.8
  • Laut ZDFheute hatte Pantisano vor seiner Wahl in einem Interview bei der CDU eine „faschistische Politik“ ähnlich der der AfD gesehen; das habe unter anderem ostdeutsche Parteimitglieder verärgert.11

Luigi Pantisano bei einer Rede in Berlin im April 2026

Luigi Pantisano, seit Juni 2026 Parteivorsitzender der Linken, bei einer Kundgebung für erneuerbare Energien in Berlin, 18. April 2026. Foto: Leonhard Lenz, Wikimedia Commons, Lizenz: CC0

Heidi Reichinnek auf der re:publica 2025

Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, auf der re:publica in Berlin, 27. Mai 2025. Foto: Leonhard Lenz, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY 4.0, bearbeitet

Sören Pellmann auf dem Bundesparteitag der Linken im Januar 2025

Sören Pellmann, Vorsitzender der Bundestagsfraktion, auf dem außerordentlichen Bundesparteitag in Berlin, 18. Januar 2025. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0, bearbeitet

Wahlergebnisse, Mitglieder und Umfragen

Ihr bestes Bundestagswahlergebnis erzielte die Linke 2009 mit 11,9 %. 2021 scheiterte sie mit 4,9 % an der Fünf-Prozent-Hürde, zog aber dank der Grundmandatsklausel mit 39 Abgeordneten in den Bundestag ein. Bei der Europawahl 2024 erhielt sie 2,7 % (2019: 5,5 %).12 13

Bundestagswahlen

Landtagswahlen

Mitglieder

Mitglieder: Ende 2025 hatte die Linke nach eigenen Angaben 123.126 Mitglieder, nach 58.532 ein Jahr zuvor – ein Plus von 110,4 %.2 14 Laut Wikipedia überschritt die Zahl am 25. Februar 2025, zwei Tage nach der Bundestagswahl, die Marke von 100.000. Laut Rheinischer Post waren es Mitte Juni 2026 gut 126.000, nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Anfang September 2026 mehr als 131.500.3 Das Durchschnittsalter lag Ende 2025 nach Angaben der Partei bei 38,6 Jahren (2024: rund 45), der Frauenanteil bei 44,6 %.14 Zwischen 2010 und 2023 war die Mitgliederzahl laut Oskar Niedermayer von 73.658 auf 50.251 gesunken.15

Die Linke in den Umfragen seit der Wahl 2025

Das Diagramm zeigt für jeden Kalendermonat seit der Bundestagswahl 2025 den Mittelwert aller in diesem Monat veröffentlichten Sonntagsfragen, im Vergleich zu den Grünen. Der jüngste Monat ist noch nicht abgeschlossen. Alle Institute und Parteien stehen auf der Seite Umfragen.

Die Linke gewann seit März 2025 0,6 Punkte hinzu: von 10,2 % auf 10,8 % im Monatsmittel (Spanne 9,9 % bis 11,5 %). Im Vergleich dazu haben die Grünen seit März 2025 am stärksten zugelegt: von 11,7 % auf 15,1 %.

Wahlen seit 2025

Bei der Bundestagswahl 2025 erhielt die Linke 8,8 % der Zweitstimmen und 64 Sitze, darunter laut Wikipedia sechs Direktmandate und mit Berlin-Neukölln erstmals einen Wahlkreis im Westen; bei den Landtagswahlen 2026 verpasste sie in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz den Einzug, in Sachsen-Anhalt erhielt sie 8,6 Prozent und acht Sitze; der Landeswahlausschuss bestätigte das Ergebnis am 22. September 2026.9 16 17 18 19 20

Die Linke ist in sieben Landesparlamenten vertreten: Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.21

Berlin und Mecklenburg-Vorpommern (20. September 2026): In Berlin wurde die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp nach dem vorläufigen Ergebnis mit 25,7 Prozent (2023: 12,2 Prozent) erstmals stärkste Kraft; sie gewann 28 der 78 Wahlkreise und erhält 47 von 158 Sitzen. Eralp erklärte, sie wolle Regierende Bürgermeisterin werden; die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner sagte, Berlin habe „den Politikwechsel gewählt“.22 23 In Mecklenburg-Vorpommern fiel die Linke auf 6,5 Prozent (2021: 9,9 Prozent) und 5 Sitze; die Koalition mit der SPD hat keine Mehrheit mehr. Der Landeswahlausschuss bestätigte das Ergebnis am 30. September 2026.24 25 Das endgültige Berliner Ergebnis stellt der Landeswahlausschuss am 12. Oktober 2026 fest.26

Regierungsbildung: Nach einer Empfehlung des Landesvorstands vom 21. September27 beschloss ein Landesparteitag der Berliner Linken am 25. September 2026 mit breiter Mehrheit, Grüne und SPD zu Sondierungen einzuladen. Die Grünen sagten umgehend zu, der SPD-Landesvorstand stimmte am 26. September einstimmig zu; SPD-Landeschef Steffen Krach sprach von „sehr hohen Hürden“.5 In Mecklenburg-Vorpommern hatte der SPD-Landesvorstand einstimmig Gespräche mit Linken und Grünen über eine rot-rot-grüne Regierung beschlossen;28 die Sondierungen der drei Parteien begannen am 28. September 2026.6

Regierungsbeteiligungen in den Ländern

Stand: 01.10.2026. Die Regierung in Mecklenburg-Vorpommern bleibt nach der Wahl vom 20. September 2026 bis zur Bildung einer neuen Regierung im Amt.

Land Regierungschef Koalition Regierung im Amt seit
Bremen Andreas Bovenschulte (SPD) SPD, Grüne, Linke (Linke beteiligt seit 2019) 05.07.2023
Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig (SPD) SPD, Linke 15.11.2021

Quelle: Wikipedia.4 In Mecklenburg-Vorpommern hat Rot-Rot nach der Wahl vom 20. September 2026 mit 34 von 71 Sitzen keine Mehrheit mehr.24

Programm

  • Grundsatzprogramm: das „Erfurter Programm“. Der Parteitag in Erfurt beschloss es nach Angaben der Partei am 23. Oktober 2011 mit 503 Stimmen bei 4 Gegenstimmen und 12 Enthaltungen.29
  • Wahlprogramm 2025: „Alle wollen regieren. Wir wollen verändern.“, laut Wikipedia beschlossen am 18. Januar 2025 in Berlin.30
  • Neues Grundsatzprogramm: Schwerdtner kündigte laut Wikipedia vor der Bundestagswahl 2025 an, das Grundsatzprogramm bis Ende 2027 zu erneuern. Ein Zwischenstand ist nicht veröffentlicht.

Alle Wahlprogramme im Vergleich: Wahlprogramme.

Parteitage 2025 und 2026

Parteitag Datum und Ort Wahlen Beschlüsse und Debatten
2. Tagung des 9. Parteitags 18.01.2025, Berlin – Wahlprogramm 2025
3. Tagung des 9. Parteitags 09./10.05.2025, Chemnitz – Debatte über einen „Diätendeckel“
1. Tagung des 10. Parteitags 19.–21.06.2026, Potsdam Schwerdtner und Pantisano; Parteivorstand 2026–2028 Antrag zu Gaza (siehe unten)

Quellen: Wikipedia, ZDFheute.31

In Chemnitz sprach Schwerdtner laut Wikipedia von der Linken als „organisierender Klassenpartei“. In Potsdam beschloss der Parteitag laut ZDFheute mit großer Mehrheit einen Antrag, der das Vorgehen Israels in Gaza als Völkermord bewertet. Der Sender beschreibt eine Debatte über den künftigen Kurs der Partei.11

Spitzenkandidatur 2029

Wer die Linke in die nächste Bundestagswahl führt, ist nicht entschieden. 2025 traten Heidi Reichinnek und Jan van Aken als Spitzenduo an. Einen Überblick über mögliche Kandidaten aller Parteien gibt die Seite Spitzenkandidaten.

Weiterführende Artikel

Einzelnachweise

  1. Die Bundeswahlleiterin, Bundestagswahl 2025: Endgültiges Ergebnis. ↩

  2. n-tv, Linke verdoppelt Mitgliederzahl in nur einem Jahr, 07.03.2026. ↩ ↩2

  3. Rheinische Post, Linke verzeichnet Mitgliederboom nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt, 08.09.2026. ↩ ↩2

  4. Wikipedia, Landesregierung (Deutschland), Tabelle der amtierenden Landesregierungen, abgerufen am 14.09.2026. ↩ ↩2

  5. ZDFheute, Berlin: SPD stimmt Sondierungsangebot der Linken zu, 26.09.2026. ↩ ↩2

  6. Nordkurier (dpa), Nach der Landtagswahl: Sondierung in MV gestartet – Grünen-Vorsitzende wirft hin, 29.09.2026. ↩ ↩2

  7. ZDFheute, Linke wählt neues Spitzenduo: Pantisano nur knapp gewählt, 20.06.2026. ↩

  8. Tagesspiegel, Parteitag: Neue Linken-Doppelspitze: Schwerdtner und Pantisano gewählt, 20.06.2026. ↩ ↩2

  9. Wikipedia, Die Linke, abgerufen am 14.09.2026. ↩ ↩2

  10. Deutscher Bundestag, Reichinnek und Pellmann zu Fraktionsvorsitzenden der Linken gewählt, 24.06.2025, und Bundestag wählt Julia Klöckner zur neuen Parlamentspräsidentin (Wahl der Vizepräsidenten), 25.03.2025. ↩

  11. ZDFheute, Nach Parteitag in Potsdam: Wie radikal will die Linke sein?, 21.06.2026. ↩ ↩2

  12. Die Bundeswahlleiterin, Ergebnisse der Bundestagswahlen 2013, 2017, 2021 und 2025. ↩

  13. Die Bundeswahlleiterin, Europawahl 2024: Ergebnisse Deutschland. ↩

  14. taz, Zahl der Linken-Mitglieder hat sich mehr als verdoppelt, 25.01.2026. ↩ ↩2

  15. Oskar Niedermayer, Parteimitglieder in Deutschland: Version 2025, Arbeitshefte aus dem Otto-Stammer-Zentrum Nr. 33, FU Berlin, Tabelle 1. ↩

  16. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Landtagswahl 2026: Ergebnis Baden-Württemberg. ↩

  17. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, Landtagswahl 2026: Endergebnis (Excel-Datei). ↩

  18. ZDFheute, Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD liegt klar vor CDU, 06.09.2026 (vorläufiges Ergebnis). ↩

  19. Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt, Landtagswahl 2026: Sitzverteilung und Ergebnisse Landesebene, abgerufen am 01.10.2026. ↩

  20. Landtag von Sachsen-Anhalt, Amtliches Endergebnis der Wahl steht fest, 24.09.2026 (Feststellung durch den Landeswahlausschuss am 22.09.2026). ↩

  21. Wikipedia, Liste der letzten Landtagswahlergebnisse in Deutschland, abgerufen am 14.09.2026. ↩

  22. wahlrecht.de, Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September 2026 – vorläufiges Ergebnis, nach Angaben des Landeswahlleiters Berlin, abgerufen am 21.09.2026. ↩

  23. ZDFheute, Wahl in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin: Ergebnisse und Reaktionen, Liveticker vom 20./21.09.2026. ↩

  24. wahlrecht.de, Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026 – vorläufiges Ergebnis, nach Angaben der Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 21.09.2026. ↩ ↩2

  25. Landesamt für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern, Landtagswahl 2026: Endgültiges Ergebnis, Pressemitteilung Nr. 24/2026 der Landeswahlleitung, 30.09.2026. ↩

  26. Landeswahlleiter Berlin, Ergebnisse der Berliner Wahlen 2026, abgerufen am 01.10.2026. ↩

  27. dpa (boerse.de), Sondierungen in Berlin könnten nächste Woche beginnen, 21.09.2026. ↩

  28. dpa (boerse.de), SPD in MV für Gespräche mit Linken und Grünen, 21.09.2026. ↩

  29. Die Linke, Programm der Partei Die Linke, abgerufen am 01.10.2026. ↩

  30. Die Linke, Alle wollen regieren. Wir wollen verändern. Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025 (PDF). ↩

  31. Wikipedia, Ines Schwerdtner, abgerufen am 14.09.2026. ↩

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