Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026
Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 – vorläufiges Ergebnis
Zuletzt aktualisiert am 8. Oktober 2026

Plenarsaal des Abgeordnetenhauses im ehemaligen Preußischen Landtag. Foto: A. Savin, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, bearbeitet
Bei der Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September 2026 ist die Linke mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen erstmals stärkste Partei geworden. Nach dem vorläufigen Ergebnis erhält sie 47 von 158 Sitzen; die CDU fällt auf 18,8 Prozent, die AfD wird mit 16,3 Prozent drittstärkste Kraft vor Grünen (14,3) und SPD (12,1).1 2
Die Wahlbeteiligung stieg auf 74,2 Prozent (2023: 62,9 Prozent). BSW (4,7 Prozent) und FDP (2,5 Prozent) verfehlten die Fünf-Prozent-Hürde. Die bisherige Koalition aus CDU und SPD hat ihre Mehrheit verloren; eine neue Regierung ist noch nicht gebildet (Stand: 1. Oktober 2026).
Hinweis: Alle Zahlen auf dieser Seite beruhen auf dem vorläufigen Ergebnis, das der Landeswahlleiter am 21. September 2026 um 2.14 Uhr bekannt gegeben hat. Das endgültige Ergebnis stellt der Landeswahlausschuss fest; bis zum 1. Oktober 2026 war es noch nicht veröffentlicht.3
Vorläufiges Ergebnis der Wahl zum Abgeordnetenhaus
Ergebnis
Sitzverteilung
Quelle: Landeswahlleiter Berlin, vorläufiges Ergebnis.1 Das Abgeordnetenhaus hat 158 Sitze, 28 mehr als die gesetzliche Mindestzahl von 130; die zusätzlichen Sitze ergeben sich aus Überhang- und Ausgleichsmandaten. 2023 waren es 159 Sitze.2
Wahlbeteiligung
Mit 74,2 Prozent lag die Wahlbeteiligung um 11,3 Prozentpunkte höher als bei der Wiederholungswahl 2023. Höher lag sie seit der Wiedervereinigung nur 1990 (80,8 Prozent) und 2021 (75,4 Prozent); den Tiefstwert gab es 2006 mit 58,0 Prozent.4 Am Wahltag hatten nach Angaben des Landeswahlleiters um 12 Uhr 27,9 Prozent und um 16 Uhr 58,2 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt, Briefwähler eingerechnet.5 Erstmals durften auch 16- und 17-Jährige das Abgeordnetenhaus wählen.6
Direktmandate
Die Linke gewann 28 der 78 Wahlkreise, die CDU 27, die AfD 12, die Grünen 10 und die SPD einen. Die Linke setzte sich in allen fünf Wahlkreisen von Friedrichshain-Kreuzberg durch, außerdem in Mitte (4 von 7), Pankow (5 von 9), Lichtenberg (4 von 6), Neukölln (3 von 6) und Treptow-Köpenick (3 von 7). Die CDU gewann sechs der sieben Wahlkreise in Steglitz-Zehlendorf und vier von sechs in Reinickendorf, die AfD fünf der sechs Wahlkreise in Marzahn-Hellersdorf und drei in Treptow-Köpenick. Die Grünen holten Direktmandate in Mitte, Tempelhof-Schöneberg (je 3), Charlottenburg-Wilmersdorf (2), Pankow und Steglitz-Zehlendorf; das einzige SPD-Direktmandat ging an Lars Düsterhöft in Treptow-Köpenick 3.7
Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp gewann ihren Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg 1 mit 50,4 Prozent der Erststimmen. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers unterlag in Treptow-Köpenick 4 mit 24,5 Prozent dem AfD-Kandidaten Alexander Bertram (31,5 Prozent) und zieht über die Bezirksliste ein; der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verteidigte Spandau 5 mit 32,3 Prozent. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach kam in Steglitz-Zehlendorf 2 mit 19,7 Prozent auf den dritten Platz und erhält sein Mandat über die Bezirksliste. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) verlor Neukölln 6 knapp an Olaf Schenk (CDU, 27,7 zu 26,3 Prozent) und ist nicht mehr im Abgeordnetenhaus vertreten.8 AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker verpasste in Steglitz-Zehlendorf 1 erneut ein Direktmandat und zieht über die Landesliste ein.9
Einordnung
- Die Linke ist nach Angaben des Tagesspiegels erstmals in der Geschichte stärkste Kraft in Berlin; sie hat ihr Ergebnis von 2023 mehr als verdoppelt (+13,4 Prozentpunkte).10 1
- Die CDU verlor 9,5 Prozentpunkte und 18 Sitze. Sie war 2023 mit 28,2 Prozent stärkste Partei geworden.2
- Die SPD erzielte mit 12,1 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl; ihr bisher niedrigster Wert waren 18,4 Prozent bei der Wiederholungswahl 2023.11 4
- Die AfD erreichte mit 16,3 Prozent ihr bestes Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl; bisher lag der Höchstwert bei 14,2 Prozent (2016).4
- Das BSW trat erstmals an und scheiterte mit 4,7 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP bleibt wie schon seit 2023 außerhalb des Parlaments.1
Wählerwanderung und Wahlmotive
Nach der vorläufigen Berechnung von Infratest dimap für die ARD gewann die Linke rund 75.000 Stimmen von früheren Nichtwählerinnen und Nichtwählern, 57.000 von den Grünen, 39.000 von der SPD und 16.000 von der CDU; 10.000 gab sie an das BSW ab. Die AfD holte 61.000 Stimmen von Nichtwählern und 60.000 von der CDU. Grüne (20.000) und SPD (18.000) gewannen ebenfalls frühere Nichtwähler, verloren aber jeweils deutlich mehr an die Linke.12
Nach der Wahltagsbefragung der Forschungsgruppe Wahlen war für 53 Prozent der Befragten der Wohnungsmarkt das wichtigste Thema, mit weitem Abstand vor dem Verkehr (23 Prozent); beim Thema Wohnen trauten die Befragten der Linken am meisten zu. 27 Prozent gaben an, bundespolitische Themen hätten den Ausschlag gegeben. Keine Spitzenkandidatin und kein Spitzenkandidat hatte einen Amtsbonus: Mit Elif Eralp waren 27 Prozent zufrieden, mit Stefan Evers 21 Prozent. Die Konrad-Adenauer-Stiftung sieht in ihrer Wahlanalyse ein Ergebnis, das „weniger von Polarisierung denn von Fragmentierung gekennzeichnet“ sei.13 Die Linke war bei den 16- bis 24-Jährigen am stärksten, der Anteil der CDU stieg mit dem Alter; Frauen wählten häufiger die Linke, Männer häufiger CDU und AfD. Ein Drittel der Linken-Wählerschaft hatte 2023 nicht gewählt.14
Bezirksverordnetenversammlungen
Gleichzeitig wurden die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) mit je 55 Sitzen gewählt. Berlinweit kam die Linke nach dem vorläufigen Ergebnis auf 24,1 Prozent, die CDU auf 18,2, die Grünen auf 17,2, die AfD auf 15,7 und die SPD auf 12,2 Prozent; die Wahlbeteiligung lag bei 69,8 Prozent.15 Die Linke wurde in sechs Bezirken stärkste Kraft (Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow, Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Neukölln), die CDU in vier (Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau, Steglitz-Zehlendorf und Reinickendorf), die Grünen in Tempelhof-Schöneberg mit 108 Stimmen Vorsprung vor der Linken und die AfD in Marzahn-Hellersdorf mit 33,8 Prozent, ihrem besten Bezirksergebnis. Die SPD liegt in keinem Bezirk vorn. Die Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister werden von den Bezirksverordnetenversammlungen gewählt.16
Stand der Regierungsbildung
Für die absolute Mehrheit sind 80 der 158 Sitze nötig. Rechnerisch erreichen zwei Dreierbündnisse eine Mehrheit: Linke, Grüne und SPD mit 95 Sitzen sowie CDU, Grüne und SPD mit 82 Sitzen. Linke und CDU kämen zusammen auf 81 Sitze, Linke und Grüne auf 73. Die bisherige Koalition aus CDU und SPD hat nur noch 56 Sitze.11
Linke: Spitzenkandidatin Elif Eralp beansprucht das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Am Wahlabend sagte sie: „Ab heute verändern wir gemeinsam unser Berlin und machen es zu einem besseren Ort.“11 Zur Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen, die ihre Partei vor der Wahl zur Bedingung einer Regierungsbeteiligung erklärt hatte,17 erklärte sie in der ARD: „Wenn die Linke regiert, wird vergesellschaftet. Das habe ich so gesagt und dabei bleibe ich auch.“ Fraktionschef Tobias Schulze nannte am 21. September als Ziel, die Koalition „bis Weihnachten“ zu bilden.18 Der Landesvorstand empfahl am selben Tag Sondierungen mit SPD und Grünen.19 Ein Sonderparteitag beschloss am 25. September mit breiter Mehrheit, beide Parteien zu Sondierungsgesprächen einzuladen; ausgelotet werden soll, ob die politischen Voraussetzungen für Koalitionsverhandlungen vorhanden sind. Eralp wies auf dem Parteitag Antisemitismusvorwürfe gegen ihre Partei als „Stimmungsmache“ zurück; Co-Landesvorsitzende Kerstin Wolter räumte Fehler im Umgang mit israelkritischen Äußerungen ein.20
Grüne: Die Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon Ghirmai erklärten am Wahlabend: „Wir wollen jetzt Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit SPD und Linken ein progressives Bündnis für Berlin schmieden.“ Spitzenkandidat Werner Graf sprach von einem „klaren Zeichen, dass wir hier einen Wechsel in der Stadt wollen und brauchen“.18 Nach dem Linken-Parteitag erklärten die Grünen sich zu Sondierungen bereit; ihr Team bilden Graf, Bettina Jarasch, Stahr und Ghirmai. Eine Klärung „über Antisemitismus, Rassismus und gesellschaftlichen Zusammenhalt“ nannten sie als Grundvoraussetzung. Über den Einstieg in Koalitionsverhandlungen soll ein kleiner Parteitag entscheiden.21
SPD: Spitzenkandidat Steffen Krach nannte das Ergebnis „katastrophal“ und sagte: „Wir sind abgewählt worden. Wir haben keinen Regierungsauftrag.“10 Zur Vergesellschaftung erklärte er: „Ich bin mir sehr sicher, dass es am Ende nicht klappen wird.“18 Innensenatorin Iris Spranger kündigte am 21. September die Teilnahme an Sondierungen an, kritisierte aber Forderungen aus der Linken nach Abschaffung des Verfassungsschutzes und nach Einschränkung von Polizeibefugnissen: „Dass ich das als Innensenatorin nicht gutheißen kann, das liegt in der Natur der Sache.“22 Am 26. September beschloss der SPD-Landesvorstand einstimmig, die Einladung der Linken zu Sondierungen anzunehmen; dem Team gehören die Landesvorsitzenden Bettina König und Steffen Krach sowie Derya Çağlar an. Krach sah „durchaus sehr hohe Hürden“.21 Am 30. September wählte die SPD-Fraktion Krach und Çağlar zu ihrer neuen Doppelspitze; Krach kündigte an, keinem neuen Senat angehören zu wollen.23
CDU: Spitzenkandidat Stefan Evers räumte ein: „Wir haben deutlich verloren.“ Er stellte Gespräche mit SPD und Grünen in Aussicht; es gehe um die Stabilität Berlins.18 Eine Zusammenarbeit mit AfD und Linken hatte die CDU vor der Wahl ausgeschlossen.24 Am 21. September beschloss der Landesvorstand einstimmig, Evers als Fraktionsvorsitzenden vorzuschlagen; Cornelia Seibeld soll Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses werden.23
AfD: Spitzenkandidatin Kristin Brinker sagte, ihre Partei habe sich „sensationell verbessert“.25 Alle anderen im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien lehnen eine Zusammenarbeit mit der AfD ab.
Bundesebene: Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte am 21. September an, ein Bundesgesetz gegen die Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen „relativ schnell“ voranzutreiben; Union und SPD hatten sich im Juli darauf verständigt. Zu den Berliner Plänen sagte er: „Es gibt in Deutschland keine Enteignungen von privatem Eigentum.“ Eralp beruft sich dagegen auf den Volksentscheid von 2021.26
Debatte über die Linke: Kritik löste die Anwesenheit von Issa Remmo bei einer öffentlichen Wahlparty der Linken in Neukölln aus; einen Teil seiner Großfamilie ordnet die Polizei nach Angaben von ZDFheute dem kriminellen Clanmilieu zu. Die Neuköllner Linke erklärte, er sei nicht eingeladen gewesen; Eralp sagte, er sei „wieder rausgeschickt“ worden. Kai Wegner sprach von einem „verstörenden Signal“.27 Seit dem Wahlabend wird über Antisemitismus in Teilen der Linken und über Kontakte ins Clanmilieu diskutiert; Grüne und SPD forderten von der Linken Klarstellungen, dass sie gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens stehe.21
Erste Gespräche: Für den 1. Oktober 2026 war ein erstes gemeinsames Vorgespräch von Linken, Grünen und SPD angesetzt. Zunächst sollte es um den Kampf gegen Antisemitismus und den Schutz jüdischen Lebens gehen, außerdem um Rassismus, organisierte Kriminalität und gesellschaftlichen Zusammenhalt.23
Wie es weitergeht
- Das neue Abgeordnetenhaus muss nach Artikel 54 der Verfassung von Berlin spätestens sechs Wochen nach der Wahl zusammentreten, also bis zum 1. November 2026. Mit dem ersten Zusammentritt beginnt die fünfjährige Wahlperiode.28 Die konstituierende Sitzung ist für den 29. Oktober 2026 vorgesehen.29
- Der Regierende Bürgermeister oder die Regierende Bürgermeisterin wird vom Abgeordnetenhaus mit der Mehrheit seiner Mitglieder gewählt (80 Stimmen). Kommt die Wahl nicht zustande, folgt ein zweiter Wahlgang; scheitert auch dieser, reicht in einem weiteren Wahlgang die einfache Mehrheit der Stimmen. Kai Wegner brauchte 2023 drei Wahlgänge.28
- Die Senatorinnen und Senatoren werden vom Regierenden Bürgermeister ernannt. Bis zum Amtsantritt der Nachfolger führt der bisherige Senat unter Kai Wegner die Geschäfte weiter.28
Siehe auch Mögliche Koalitionen.
Ausgangslage vor der Wahl
Die Wahl vom 26. September 2021 musste wegen zahlreicher Pannen landesweit wiederholt werden. Bei der Wiederholungswahl am 12. Februar 2023 wurde die CDU mit 28,2 Prozent erstmals seit 1999 stärkste Partei. SPD und Grüne erreichten jeweils 18,4 Prozent; die SPD lag nur 53 Stimmen vor den Grünen. Die FDP verpasste den Wiedereinzug.30 Wahlberechtigt waren 2.431.776 Personen, die Wahlbeteiligung lag bei 62,9 Prozent.31 Da die Wiederholungswahl keine neue Wahlperiode begründete, wurde nach der Berliner Verfassung im regulären Rhythmus 2026 gewählt.6
Regierung: CDU und SPD
CDU und SPD bildeten nach der Wahl 2023 eine Koalition. Die SPD-Mitglieder stimmten dem Koalitionsvertrag mit 54,3 Prozent zu. Kai Wegner (CDU) wurde am 27. April 2023 im dritten Wahlgang zum Regierenden Bürgermeister gewählt.
Wegner war im Juni 2026 von der CDU erneut als Spitzenkandidat nominiert worden. Am 10. Juli 2026 gab er die Spitzenkandidatur auf. Vorausgegangen war monatelange Kritik an seinem Krisenmanagement während des Stromausfalls nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar 2026; Wegner räumte „kommunikative Fehler“ ein.32 Am 13. Juli 2026 wählte die CDU Finanzsenator Stefan Evers zum neuen Spitzenkandidaten.33
Spitzenkandidaten
| Partei | Spitzenkandidat(in) |
|---|---|
| Die Linke | Elif Eralp |
| CDU | Stefan Evers, Finanzsenator |
| AfD | Kristin Brinker, Landes- und Fraktionsvorsitzende |
| Grüne | Werner Graf und Bettina Jarasch |
| SPD | Steffen Krach, bisher Regionspräsident in Hannover |
| BSW | Alexander King und Michael Lüders |
| FDP | Christoph Meyer |
Quellen: taz, Tagesspiegel, Deutschlandfunk.17 33 Vor der Wahl hatte Evers eine Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossen: Sie komme „unter gar keinen Umständen in Betracht“.24 Eralp hatte angekündigt, bei Gesprächen mit möglichen Partnern werde „auch die Vergesellschaftung auf dem Tisch liegen“.17
Abgeordnetenhauswahlen seit 1990
Seit der Wiedervereinigung war die SPD bei fünf Abgeordnetenhauswahlen in Folge stärkste Partei (2001 bis 2021), die CDU 1990, 1995, 1999 und 2023. Die PDS beziehungsweise Linke erreichte in Gesamtberlin bisher höchstens 22,6 Prozent (2001) und lag 2023 bei 12,2 Prozent. Die AfD kam bei ihrem ersten Antritt 2016 auf 14,2 Prozent, 2021 auf 8,0 und 2023 auf 9,1 Prozent. Die Grünen hatten ihren Höchstwert 2021 mit 18,9 Prozent; die FDP scheiterte 1995, 1999, 2011, 2023 und 2026 an der Fünf-Prozent-Hürde.4
Wahlrecht in Berlin
- Jede Person hat zwei Stimmen: Mit der Erststimme wird in einem der 78 Wahlkreise ein Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme eine Bezirks- oder Landesliste einer Partei.
- Das Abgeordnetenhaus hat mindestens 130 Sitze. Überhangmandate werden durch Ausgleichsmandate ausgeglichen; 2023 hatte es 159, 2026 hat es vorläufig 158 Abgeordnete.
- Sitze erhalten Parteien mit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen oder mindestens einem Direktmandat.
- Wählen durften Deutsche ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen. Bei der Abgeordnetenhauswahl galt das Wahlalter 16 erstmals.
- Erst- und Zweitstimme standen erstmals auf einem gemeinsamen Stimmzettel.
- Zur Wahl zugelassen waren 17 Parteien, davon zwölf mit Landeslisten.
- Die Wahlperiode dauert fünf Jahre. Den Regierenden Bürgermeister wählt nicht die Bevölkerung, sondern das Abgeordnetenhaus.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung, Landeswahlleiter.6 34
Letzte Umfragen und Ergebnis im Vergleich
Diagramm
Je Institut
Die letzte Umfrage je Institut vor der Wahl, verglichen mit dem vorläufigen Ergebnis. Die mittlere Abweichung ist der Durchschnitt der absoluten Abweichungen in Prozentpunkten über die Parteien, für die das Institut einen Wert ausweist (Linke, CDU, AfD, Grüne, SPD, BSW, bei Forsa auch FDP):35
| Institut | Auftraggeber | Veröffentlicht | Linke | CDU | AfD | Grüne | SPD | BSW | FDP | Mittl. Abw. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| INSA | Volt LV | 18.09.2026 | 21 % | 20 % | 18 % | 15 % | 12 % | 5 % | – | 1,45 |
| Forschungsgruppe Wahlen | ZDF | 17.09.2026 | 22 % | 20 % | 18 % | 15 % | 12 % | 4 % | – | 1,36 |
| Infratest dimap | ARD | 10.09.2026 | 21 % | 20 % | 18 % | 16 % | 12 % | 4 % | – | 1,69 |
| Vorläufiges Ergebnis | 20.09.2026 | 25,7 % | 18,8 % | 16,3 % | 14,3 % | 12,1 % | 4,7 % | 2,5 % | ||
Alle Institute unterschätzten die Linke, um 3,6 bis 4,6 Prozentpunkte, und sahen die AfD um 1,7 bis 1,7 Prozentpunkte zu hoch. Die SPD lag in allen letzten Umfragen bei 12 % und damit nahe am Ergebnis. Mehr zur Genauigkeit von Umfragen: Verlässlichkeit der Umfragen.
Weiterführende Artikel
- Landeswahlleiter Berlin: Ergebnisse der Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin (vorläufig)
- Landeswahlleiter Berlin: Gewählte Abgeordnete nach Wahlkreisen und Listen
- wahlrecht.de: Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September 2026
- Tagesspiegel: Vorläufiges amtliches Endergebnis: Linke erstmals stärkste Kraft – SPD mit historischem Tief (21.09.2026)
- Tagesspiegel: So haben sich Berlins Politpromis bei den Direktmandaten geschlagen (20.09.2026)
- ZDFheute: Wahl in Berlin: Linke deutlich vor CDU – AfD vor Grünen und SPD (21.09.2026)
- ZDFheute: Berlin-Wahl: Alle Ergebnisse in Grafiken
- Konrad-Adenauer-Stiftung: Wahlanalyse der Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September 2026 (21.09.2026)
- Heinrich-Böll-Stiftung: Berlin 2026: Wahl des Abgeordnetenhauses und der Bezirksverordnetenversammlungen (Analyse von Sebastian Bukow)
- Landeswahlleiter Berlin: Ergebnisse der Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen (vorläufig)
- Tagesspiegel: Nach den Wahlen: Merz will Anti-Enteignungs-Gesetz vorantreiben (21.09.2026)
- ZDFheute: Ziel ist das Rote Rathaus: Linke will mit SPD und Grünen regieren (26.09.2026)
- taz (dpa): Sondierungen in Berlin: SPD will mit Linken über Regierungsbildung sprechen (26.09.2026)
- ZDFheute: Alle Wahlkreise im Überblick
- ZDFheute: Liveticker zu den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
- Berliner Zeitung: Liveticker zur Berlin-Wahl (21.09.2026)
- bpb: Fakten zur Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026
- rbb24: Berlins Regierender Bürgermeister Wegner gibt Spitzenkandidatur auf (10.07.2026)
- Wikipedia: Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026
Einzelnachweise
-
Landeswahlleiter Berlin / Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Ergebnisse der Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin am 20. September 2026, vorläufiges Ergebnis, Stand 21.09.2026, 3.33 Uhr. ↩ ↩2 ↩3 ↩4
-
wahlrecht.de, Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September 2026, vorläufiges Ergebnis und Sitzverteilung nach Angaben des Landeswahlleiters. ↩ ↩2 ↩3
-
Landeswahlleiter Berlin, Pressemitteilung vom 21.09.2026: Vorläufiges Ergebnis festgestellt. ↩
-
wahlrecht.de, Wahlergebnisse Berlin 1950–2026. ↩ ↩2 ↩3 ↩4
-
Landeswahlleiter Berlin, Pressemitteilungen vom 20.09.2026 zur Wahlbeteiligung um 12 Uhr und um 16 Uhr. ↩
-
Bundeszentrale für politische Bildung, Fakten zur Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026. ↩ ↩2 ↩3
-
Landeswahlleiter Berlin, Gewählte – Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin, vorläufig, abgerufen am 21.09.2026. ↩
-
Tagesspiegel, Wegner, Giffey und Co.: So haben sich Berlins Politpromis bei den Direktmandaten geschlagen, 20.09.2026. ↩
-
ZDFheute, Liveticker zu den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, 20./21.09.2026. ↩
-
Tagesspiegel, Vorläufiges amtliches Endergebnis der Berlin-Wahl: Linke erstmals stärkste Kraft – SPD mit historischem Tief, 21.09.2026. ↩ ↩2
-
ZDFheute, Wahl in Berlin: Linke deutlich vor CDU – AfD vor Grünen und SPD, 21.09.2026. ↩ ↩2 ↩3
-
dpa (web.de), Linke und AfD gewinnen aus der Mitte, Wählerwanderung nach der vorläufigen Berechnung von Infratest dimap für die ARD, Stand 21.09.2026, 1:10 Uhr. ↩
-
Konrad-Adenauer-Stiftung, Viola Neu und Sabine Pokorny, Wahlanalyse der Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September 2026, 21.09.2026, mit Daten der Forschungsgruppe Wahlen. ↩
-
ZDFheute, Woher kommt der Erfolg der Linken? Alle Grafiken zur Wahl in Berlin, 21.09.2026, Wahltagsbefragung der Forschungsgruppe Wahlen. ↩
-
Landeswahlleiter Berlin / Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Ergebnisse der Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen am 20. September 2026, vorläufiges Ergebnis vom 21.09.2026. ↩
-
t-online, BVV-Wahl Berlin 2026: Ergebnisse und Sitze aus allen zwölf Bezirken, 21.09.2026. ↩
-
taz, Wahlkampf in Berlin: Steffen Krach nimmt sich die Linke vor, September 2026. ↩ ↩2 ↩3
-
Berliner Zeitung, Liveticker zur Berlin-Wahl, Einträge vom 20.09.2026 (18.37, 18.49, 19.40, 19.42, 19.48 Uhr) und 21.09.2026 (6.28 Uhr). ↩ ↩2 ↩3 ↩4
-
dpa (boerse.de), Sondierungen in Berlin könnten nächste Woche beginnen, 21.09.2026. ↩
-
ZDFheute, Ziel ist das Rote Rathaus: Linke will mit SPD und Grünen regieren, 26.09.2026. ↩
-
taz (dpa), Sondierungen in Berlin: SPD will mit Linken über Regierungsbildung sprechen, 26.09.2026, mit älteren Meldungen zu Grünen und SPD. ↩ ↩2 ↩3
-
Berliner Zeitung, Liveticker zur Berlin-Wahl, Eintrag vom 21.09.2026 zu Iris Spranger. ↩
-
Tagesspiegel, Newsblog zur Berlin-Wahl, Einträge vom 21.09. bis 01.10.2026 (u. a. „Erstes Treffen von Linken, SPD und Grünen am Donnerstag“, „Krach und Caglar sind neue SPD-Fraktionsvorsitzende“, „Krach will nicht Senator werden“). ↩ ↩2 ↩3
-
Tagesspiegel, CDU-Spitzenkandidat Evers nennt die Linke eine Bedrohung für Berlin; Zitat nach dpa, September 2026. ↩ ↩2
-
t-online, Newsblog zur Berlin-Wahl, 20.09.2026. ↩
-
Tagesspiegel (dpa), Nach den Wahlen: Merz will Anti-Enteignungs-Gesetz vorantreiben, 21.09.2026. ↩
-
ZDFheute, Eralp: Clan-Mitglied auf Linken-Party „war nicht eingeladen“, 21.09.2026. ↩
-
Verfassung von Berlin, Artikel 54 Absatz 1 und 5, Artikel 56 Absatz 1 bis 3. ↩ ↩2 ↩3
-
Grüne Fraktion Berlin, Die neue Grüne Fraktion Berlin, Pressemitteilung vom 23.09.2026. ↩
-
Wikipedia, Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2023, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Wiederholungswahl zum 19. Abgeordnetenhaus: Amtliches Endergebnis; Prozentwerte nach wahlrecht.de. ↩
-
rbb24, Berlins Regierender Bürgermeister Wegner gibt Spitzenkandidatur auf, 10.07.2026. ↩
-
Deutschlandfunk, Finanzsenator Evers zu neuem Spitzenkandidat der Berliner CDU gewählt, 13.07.2026. ↩ ↩2
-
Landeswahlleiter Berlin, Pressemitteilung vom 24.07.2026 zur Zulassung der Landeslisten. ↩
-
wahlrecht.de, Sonntagsfrage Berlin, letzte Umfrage vor der Wahl vom 18.09.2026. ↩






