Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026
Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus am 20. September 2026

Plenarsaal des Abgeordnetenhauses im ehemaligen Preußischen Landtag. Foto: A. Savin, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0
In Berlin wird am Sonntag, dem 20. September 2026, das 20. Abgeordnetenhaus gewählt. Am selben Tag finden die Wahlen zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen statt, außerdem die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern.1
Das Abgeordnetenhaus ist das Parlament des Landes Berlin. Weil der Stadtstaat Land und Gemeinde zugleich ist, heißt die Landtagswahl hier Wahl zum Abgeordnetenhaus. Die Wahlperiode dauert fünf Jahre. Den Regierenden Bürgermeister wählt nicht die Bevölkerung, sondern das neu gewählte Abgeordnetenhaus.
Umfragen zur Wahl in Berlin
Laut dem Mittelwert der neuesten Umfragen von 4 Instituten (INSA, Forschungsgruppe Wahlen, Infratest dimap, Forsa; Stand 14.09.2026) liegt die Linke mit 21,5 % vor der CDU (19,8 %) und der AfD (17,8 %).2
Umfragen
Ausgangslage 2023
Sitze 2023
Entwicklung der Umfragewerte
Seit Mai 2025 hat die Linke am stärksten zugelegt: von 13,0 % auf 20,4 %. Die SPD verlor im selben Zeitraum am meisten – von 17,0 % auf 12,0 %. Nahezu unverändert blieb die FDP (3,0 %). Gegenüber dem Vormonat (August 2026) gewann die CDU 1,4 Punkte, die SPD verlor 1,5 Punkte. Das Diagramm zeigt für jeden Monat den Mittelwert aller in diesem Monat veröffentlichten Umfragen.
Ausgangslage: die Wiederholungswahl 2023
Die Wahl vom 26. September 2021 musste wegen zahlreicher Pannen landesweit wiederholt werden. Bei der Wiederholungswahl am 12. Februar 2023 wurde die CDU erstmals seit 1999 stärkste Partei. SPD und Grüne erreichten jeweils 18,4 Prozent; die SPD lag nur 53 Stimmen vor den Grünen. Die FDP verpasste den Wiedereinzug.3
- Wahlberechtigte: 2.431.776
- Wahlbeteiligung: 62,9 %
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, amtliches Endergebnis.4 Da die Wiederholungswahl keine neue Wahlperiode begründete, wird nach der Berliner Verfassung wieder im regulären Rhythmus 2026 gewählt.5
Regierung: CDU und SPD
CDU und SPD bildeten nach der Wahl 2023 eine Koalition. Die SPD-Mitglieder stimmten dem Koalitionsvertrag mit 54,3 Prozent zu. Kai Wegner (CDU) wurde am 27. April 2023 im dritten Wahlgang zum Regierenden Bürgermeister gewählt.
Wegner war im Juni 2026 von der CDU erneut als Spitzenkandidat nominiert worden. Am 10. Juli 2026 gab er die Spitzenkandidatur auf. Vorausgegangen war monatelange Kritik an seinem Krisenmanagement während des Stromausfalls nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar 2026; Wegner räumte „kommunikative Fehler“ ein. Er bleibt bis zur Wahl im Amt.6 Am 13. Juli 2026 wählte die CDU Finanzsenator Stefan Evers zum neuen Spitzenkandidaten.7
Spitzenkandidaten
| Partei | Spitzenkandidat(in) |
|---|---|
| CDU | Stefan Evers, Finanzsenator |
| SPD | Steffen Krach, bisher Regionspräsident in Hannover |
| Grüne | Werner Graf und Bettina Jarasch |
| Die Linke | Elif Eralp |
| AfD | Kristin Brinker, Landes- und Fraktionsvorsitzende |
| FDP | Christoph Meyer |
| BSW | Alexander King und Michael Lüders |
Quellen: rbb24, taz, Tagesspiegel, Deutschlandfunk.8
Mögliche Koalitionen
Für eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus ist mehr als die Hälfte der Sitze nötig. Die Sitze werden nur unter Parteien verteilt, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen oder ein Direktmandat erhalten. Laut dem Mittelwert der Umfragen lägen 5 Parteien über fünf Prozent (Die Linke, CDU, AfD, Grüne, SPD). Überträgt man ihre Anteile nach Sainte-Laguë/Schepers auf die 130 regulären Sitze, ergibt sich für die bisherige Koalition aus CDU und SPD und für andere Bündnisse folgendes Bild (vereinfachte Rechnung ohne Überhang- und Ausgleichsmandate):
Öffentliche Aussagen der Spitzenkandidaten:
- CDU: Stefan Evers schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD und mit der Linken aus; über die Linke sagte er, eine Zusammenarbeit komme „unter gar keinen Umständen in Betracht“.9
- Linke: Elif Eralp kündigte an, nach der Wahl mit möglichen Koalitionspartnern zu sprechen; dabei werde „auch die Vergesellschaftung auf dem Tisch liegen“. Die Bundesvorsitzende Ines Schwerdtner nannte die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen eine Bedingung für eine Regierungsbeteiligung.8
- SPD und Grüne: Eine formale Koalitionsaussage liegt nicht vor. Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf sprach sich gegen „rote Linien“ vor der Wahl aus.
Die CDU lehnt nach einem Bundesparteitagsbeschluss von 2018 Koalitionen mit AfD und Linke ab (siehe Mögliche Koalitionen).
Wahlrecht in Berlin
- Jede Person hat zwei Stimmen: Mit der Erststimme wird in einem der 78 Wahlkreise ein Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme eine Bezirks- oder Landesliste einer Partei.
- Das Abgeordnetenhaus hat mindestens 130 Sitze. Überhangmandate werden durch Ausgleichsmandate ausgeglichen; 2023 hatte es 159 Abgeordnete.
- Sitze erhalten Parteien mit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen oder mindestens einem Direktmandat.
- Wählen dürfen Deutsche ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen. Bei der Abgeordnetenhauswahl gilt das Wahlalter 16 erstmals.
- Erst- und Zweitstimme stehen erstmals auf einem gemeinsamen Stimmzettel.
- Zur Wahl zugelassen sind 17 Parteien, davon zwölf mit Landeslisten.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung, Landeswahlleiter, rbb24, Tagesspiegel.5 1
Die Zahl der Wahlberechtigten liegt nach Angaben des Amts für Statistik bei knapp 2,49 Millionen (Stichtag 31. Dezember 2025).10
Weiterführende Artikel
- rbb24: Berlins Regierender Bürgermeister Wegner gibt Spitzenkandidatur auf (10.07.2026)
- rbb24: BerlinTrend September: Umfrage zur Abgeordnetenhauswahl
- ZDFheute: Politbarometer Extra zu den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern (11.09.2026)
- taz: Wahlkampf in Berlin: Steffen Krach nimmt sich die Linke vor
- Tagesspiegel: CDU-Spitzenkandidat Evers nennt die Linke eine Bedrohung für Berlin
- Tagesspiegel: Mehr als 2,5 Millionen Berliner dürfen wählen
- Deutschlandfunk: Finanzsenator Evers zu neuem Spitzenkandidat der Berliner CDU gewählt (13.07.2026)
- bpb: Fakten zur Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026
- Wikipedia: Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026
Einzelnachweise
-
Landeswahlleiter Berlin, Pressemitteilung vom 24.07.2026 zur Zulassung der Landeslisten. ↩ ↩2
-
wahlrecht.de, Sonntagsfrage Berlin, Stand 14.09.2026. ↩
-
Wikipedia, Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2023, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Wiederholungswahl zum 19. Abgeordnetenhaus: Amtliches Endergebnis; Prozentwerte nach wahlrecht.de. ↩
-
Bundeszentrale für politische Bildung, Fakten zur Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026. ↩ ↩2
-
rbb24, Berlins Regierender Bürgermeister Wegner gibt Spitzenkandidatur auf, 10.07.2026. ↩
-
Deutschlandfunk, Finanzsenator Evers zu neuem Spitzenkandidat der Berliner CDU gewählt, 13.07.2026. ↩
-
taz, Wahlkampf in Berlin: Steffen Krach nimmt sich die Linke vor. ↩ ↩2
-
Tagesspiegel, CDU-Spitzenkandidat Evers nennt die Linke eine Bedrohung für Berlin; Zitat nach dpa, September 2026. ↩
Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026.






