Landtagswahl in Brandenburg 2029
Wahl zum 9. Landtag Brandenburg im Sommer oder Herbst 2029
Zuletzt aktualisiert am 9. Oktober 2026

Das Potsdamer Stadtschloss, Sitz des Landtags Brandenburg, von der Nikolaikirche aus gesehen. Foto: Stefan Oemisch, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0, bearbeitet
In Brandenburg wird 2029 der 9. Landtag gewählt; nach der Landesverfassung ist das zwischen Mitte Juli und Mitte Oktober 2029 möglich. Ein Wahltermin ist noch nicht festgesetzt (Stand: 1. Oktober 2026).1
Bei der letzten Landtagswahl am 22. September 2024 wurde die SPD knapp vor der AfD stärkste Partei. Die erste Koalition aus SPD und BSW in Deutschland zerbrach im Januar 2026; seit März 2026 regieren SPD und CDU unter Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).2 3
Wann ist die Landtagswahl in Brandenburg?
Nach Artikel 62 der Landesverfassung wird der Landtag auf fünf Jahre gewählt. Die Neuwahl findet „frühestens siebenundfünfzig und spätestens sechzig Monate nach Beginn der Wahlperiode statt“. Den Wahltag bestimmt die Präsidentin oder der Präsident des Landtages im Einvernehmen mit dem Präsidium.4
- Die Wahlperiode des 8. Landtags begann mit seiner konstituierenden Sitzung am 17. Oktober 2024.5
- Rechnerisch liegt der Wahltag damit zwischen dem 17. Juli und dem 17. Oktober 2029; frühester Sonntag in diesem Zeitraum ist der 22. Juli, spätester der 14. Oktober 2029.
- wahlrecht.de führt die Wahl unter „Herbst 2029“.
- Mit einer Zweidrittelmehrheit kann sich der Landtag vorzeitig auflösen; die Neuwahl findet dann innerhalb von 70 Tagen statt.4
Umfragen zur Landtagswahl in Brandenburg
Laut der jüngsten Umfrage (INSA (MAZ, MOZ, LR), 09.10.2026) liegt die AfD mit 40,0 % vor der SPD (20,0 %) und der CDU (9,0 %).
Umfrage
Ergebnis 2024
Sitzverteilung 2024
Entwicklung der Umfragewerte
Seit Januar 2025 hat die AfD am stärksten zugelegt: von 29,0 % auf 40,0 %. Die CDU verlor im selben Zeitraum am meisten – von 17,0 % auf 9,0 %. Gegenüber dem Vormonat (Juni 2026) gewann die AfD 3,0 Punkte, die Linke verlor 3,0 Punkte. Das Diagramm zeigt für jeden Monat den Mittelwert aller in diesem Monat veröffentlichten Umfragen.
Ausgangslage: die Landtagswahl 2024
Bei der Wahl am 22. September 2024 erreichte die SPD 30,9 Prozent und lag damit vor der AfD (29,2 %). Das erstmals angetretene BSW kam auf 13,5 Prozent, die CDU auf 12,1 Prozent. Grüne, Linke und BVB/Freie Wähler verpassten den Einzug in den Landtag.
Die Wahlbeteiligung lag bei 72,9 Prozent, 2019 waren es 61,3 Prozent.6
Quelle: Landeswahlleiter Brandenburg, amtliches Endergebnis; Sitze nach wahlrecht.de.7 6
Regierung: vom SPD-BSW-Bündnis zu SPD und CDU
SPD und BSW (Dezember 2024 bis Januar 2026)
Nach der Wahl bildeten SPD und BSW die bundesweit erste Koalition dieser beiden Parteien. Das Kabinett Woidke IV nahm am 11. Dezember 2024 seine Arbeit auf.8
- 11. November 2025: Vier der 14 BSW-Abgeordneten – Jouleen Gruhn, Melanie Matzies, Reinhard Simon und André von Ossowski – traten aus der Partei aus, wollten aber zunächst in der Fraktion bleiben.9
- 5./6. Januar 2026: Finanzminister Robert Crumbach verließ Partei und Fraktion des BSW und wurde in die SPD-Fraktion aufgenommen; auch Gruhn und von Ossowski verließen die BSW-Fraktion. Die Koalition hatte damit keine Mehrheit mehr. Woidke beendete am 6. Januar 2026 die Zusammenarbeit mit dem BSW.2 10
- 9. Januar 2026: In einer Sondersitzung scheiterte ein Antrag der AfD-Fraktion auf Selbstauflösung des Landtags mit 36 Ja- gegen 47 Nein-Stimmen; nötig gewesen wäre eine Zweidrittelmehrheit. SPD und CDU stimmten geschlossen dagegen, mehrere BSW-Abgeordnete mit der AfD dafür.11 12
SPD und CDU (seit März 2026)
- 4. März 2026: SPD und CDU stellten ihren Koalitionsvertrag vor. Die SPD erhielt sechs Ministerien und die Staatskanzlei, die CDU drei (Inneres, Wirtschaft, Bildung). Der inzwischen parteilose Crumbach wurde auf Vorschlag der SPD Infrastrukturminister.13
- 14. März 2026: Parteitage beider Parteien stimmten dem Vertrag zu.14
- 18. März 2026: Die Ministerinnen und Minister des Kabinetts Woidke V wurden vereidigt; stellvertretender Ministerpräsident ist Jan Redmann (CDU).3
Sitzverteilung im Landtag (Stand September 2026)
| Fraktion / Gruppe | Sitze |
|---|---|
| SPD | 34 |
| AfD | 30 |
| CDU | 12 |
| BSW | 9 |
| Gruppe „Wir für Brandenburg“ | 3 |
Die SPD-Fraktion umfasst laut Wikipedia auch Robert Crumbach und Jouleen Gruhn; zur Gruppe „Wir für Brandenburg“ gehören André von Ossowski, Melanie Matzies und Reinhard Simon. Die Koalition aus SPD und CDU hat damit 46 von 88 Sitzen.15
Wahlrecht in Brandenburg
- Jede Person hat zwei Stimmen: Mit der Erststimme wird in einem der 44 Wahlkreise ein Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme die Landesliste einer Partei.
- Der Landtag hat mindestens 88 Sitze, davon 44 Direktmandate. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann er auf höchstens 110 Sitze wachsen.
- Die Sitze werden nach dem Verfahren Hare/Niemeyer verteilt.
- Sperrklausel: 5 Prozent der Zweitstimmen oder mindestens ein Direktmandat. Parteien der sorbischen/wendischen Minderheit sind von der Sperrklausel ausgenommen.
- Wählen dürfen Deutsche ab 16 Jahren, die seit mindestens einem Monat in Brandenburg wohnen; wählbar ist man ab 18 Jahren.
Quellen: wahlrecht.de, Landtag Brandenburg.16 17
Ergebnisse der Landtagswahlen in Brandenburg seit 1990
Weiterführende Artikel
- Land Brandenburg: Ministerpräsident Woidke beendet Koalition aus SPD und BSW (06.01.2026)
- ZDFheute: Brandenburg: Landtag stimmt gegen Selbstauflösung – keine Neuwahl (09.01.2026)
- rbb24: SPD erhält in Brandenburg sechs Ministerien, CDU drei (04.03.2026)
- taz: Brandenburger SPD lässt Landesregierung platzen (06.01.2026)
- rbb24: Vier Brandenburger BSW-Abgeordnete aus der Partei ausgetreten (11.11.2025)
- ZDFheute: Brandenburg: SPD stimmt Koalition mit CDU zu (14.03.2026)
- rbb24: Erster BSW-Parteitag nach Koalitionsbruch: Abrechnung oder Aufbruch (30.05.2026)
- rbb24: Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: Brandenburger Déjà-vu? (11.09.2026)
- tagesschau.de (rbb): SPD Brandenburg nach der Wahl in Sachsen-Anhalt: „Wir müssen besser werden“ (08.09.2026)
Einzelnachweise
-
wahlrecht.de, Wahltermine in Deutschland, abgerufen am 01.10.2026. ↩
-
taz, Brandenburger SPD lässt Landesregierung platzen, 06.01.2026. ↩ ↩2
-
Wikipedia, Kabinett Woidke V, abgerufen am 14.09.2026. ↩ ↩2
-
Verfassung des Landes Brandenburg, Art. 62, abgerufen am 14.09.2026. ↩ ↩2
-
Landtag Brandenburg, Plenarprotokoll 8/1 vom 17. Oktober 2024 (PDF). ↩
-
wahlrecht.de, Landtagswahlen in Brandenburg. ↩ ↩2
-
Landeswahlleiter Brandenburg, Landtagswahl 2024 – Amtliches Endergebnis, 07.10.2024. ↩
-
Wikipedia, Kabinett Woidke IV, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
rbb24, Vier Brandenburger BSW-Abgeordnete aus der Partei ausgetreten, 11.11.2025. ↩
-
Land Brandenburg, Ministerpräsident Woidke beendet Koalition aus SPD und BSW, 06.01.2026. ↩
-
abgeordnetenwatch.de, Selbstauflösung des Landtages Brandenburg beschließen, Abstimmung vom 09.01.2026. ↩
-
ZDFheute, Brandenburg: Landtag stimmt gegen Selbstauflösung – keine Neuwahl, 09.01.2026. ↩
-
rbb24, SPD erhält in Brandenburg sechs Ministerien, CDU drei, 04.03.2026. ↩
-
ZDFheute, Brandenburg: SPD stimmt Koalition mit CDU zu, 14.03.2026. ↩
-
Wikipedia, Landtag Brandenburg, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
wahlrecht.de, Landtagswahlrecht Brandenburg. ↩
-
Landtag Brandenburg, Wahlen zum Landtag. ↩






