Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026
Wahl zum 9. Landtag am 20. September 2026

Das Schweriner Schloss ist Sitz des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Thomas Dahlstrøm Nielsen, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY 4.0
In Mecklenburg-Vorpommern wird am Sonntag, dem 20. September 2026, der 9. Landtag gewählt. Am selben Tag findet die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin statt. Den Wahltermin hat die Landesregierung am 29. Juli 2025 festgelegt.1
Rund 1,3 Millionen Menschen sind wahlberechtigt; eine genaue Zahl liegt erst nach Abschluss der Wählerverzeichnisse am 19. September 2026 vor. Zugelassen sind 19 Landeslisten. Insgesamt bewerben sich 402 Personen um ein Mandat.2 Den Ministerpräsidenten oder die Ministerpräsidentin wählt nicht die Bevölkerung, sondern der neu gewählte Landtag.
Umfragen zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern
Laut dem Mittelwert der neuesten Umfragen von 5 Instituten (INSA, Forschungsgruppe Wahlen, pollytix, Infratest dimap, Forsa; Stand 16.09.2026) liegt die AfD mit 37,0 % vor der SPD (32,0 %) und der Linken (10,4 %).3
Umfragen
Ausgangslage 2021
Sitze 2021
Wahlen seit 1990
Entwicklung der Umfragewerte
Seit Januar 2025 hat die SPD am stärksten zugelegt: von 22,0 % auf 32,1 %. Die CDU verlor im selben Zeitraum am meisten – von 17,0 % auf 7,4 %. Gegenüber dem Vormonat (August 2026) gewann die SPD 3,1 Punkte, die CDU verlor 2,6 Punkte. Das Diagramm zeigt für jeden Monat den Mittelwert aller in diesem Monat veröffentlichten Umfragen.
Direktwahlfrage
Im ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen vom 11. September 2026 wurde gefragt, wen man lieber als Regierungschef hätte: 61 Prozent nannten Manuela Schwesig (SPD), 28 Prozent Leif-Erik Holm (AfD).4 Der Ministerpräsident wird allerdings nicht direkt gewählt.
Ausgangslage: die Landtagswahl 2021
Bei der Landtagswahl am 26. September 2021, am selben Tag wie die Bundestagswahl, wurde die SPD mit 39,6 Prozent klar stärkste Partei. Sie gewann 34 der 36 Wahlkreise; je ein Direktmandat ging an AfD und CDU.
- Wahlberechtigte: 1.312.471
- Wahlbeteiligung: 70,8 %
Quellen: Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, endgültiges Ergebnis; Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern.5 6 Weil die SPD drei Überhangmandate erhielt, wurde der Landtag laut Wikipedia durch Ausgleichsmandate von 71 auf 79 Sitze vergrößert.7
Regierung: SPD und Linke
Nach Sondierungen mit CDU, Linke, Grünen und FDP entschied sich die SPD für Koalitionsverhandlungen mit der Linken. Das Kabinett Schwesig II aus SPD und Linke ist seit dem 15. November 2021 im Amt. Manuela Schwesig ist seit Juli 2017 Ministerpräsidentin, bis 2021 in einer Koalition mit der CDU. Ihre Stellvertreterin ist Simone Oldenburg (Linke), zugleich Bildungsministerin.
Die FDP hat im Lauf der Wahlperiode durch einen Übertritt und einen Austritt ihren Fraktionsstatus verloren und bildet eine Gruppe.
Spitzenkandidaten
| Partei | Spitzenkandidat(in) |
|---|---|
| SPD | Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin |
| AfD | Leif-Erik Holm, Landesvorsitzender und Bundestagsabgeordneter; Listenplatz 1: Enrico Schult |
| CDU | Daniel Peters, Landes- und Fraktionsvorsitzender |
| Die Linke | Simone Oldenburg, Bildungsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin |
| Grüne | Claudia Müller, Bundestagsabgeordnete |
| FDP | Jakob Schirmer und Jessica Mendle |
| BSW | Peter Schabbel und Sabine Firnhaber |
Holm tritt als Ministerpräsidentenkandidat der AfD im Schweriner Wahlkreis gegen Schwesig an und ist nicht über die Landesliste abgesichert. Quelle: ZDFheute.8
Mögliche Koalitionen
Für eine Mehrheit im Landtag ist mehr als die Hälfte der Sitze nötig. Sitze erhalten nur Parteien mit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen; eine Grundmandatsklausel gibt es nicht. Laut dem Mittelwert der Umfragen lägen 5 Parteien bei fünf Prozent oder darüber (AfD, SPD, Die Linke, CDU, Grüne). Überträgt man ihre Anteile nach Sainte-Laguë/Schepers auf die 71 regulären Sitze, ergibt sich für die bisherige Koalition aus SPD und Linke und für andere Bündnisse folgendes Bild (vereinfachte Rechnung ohne Überhang- und Ausgleichsmandate und ohne Direktmandate):
Parteien knapp um fünf Prozent können die Rechnung stark verändern. Öffentliche Aussagen der Spitzenkandidaten:
- CDU: Daniel Peters schließt Koalitionen mit der AfD und mit der Linken aus. Falls es nicht für eine Mehrheitsregierung reiche, könne er sich eine Minderheitsregierung vorstellen.8
- AfD: Leif-Erik Holm strebt eine Alleinregierung der AfD an.
- SPD: Manuela Schwesig führt ihren Wahlkampf unter dem Motto „Die Frau gegen Blau“ und warnt vor der Gefahr, dass die AfD die Macht übernimmt. Eine ausdrückliche Aussage zu einem Wunschpartner lag bis Mitte September 2026 nicht vor.4
- Grüne: Claudia Müller will vor der Wahl nicht über „rote Linien“ sprechen und sagt, nur mit den Grünen sei eine stabile demokratische Mehrheit möglich.9
- Linke, FDP und BSW: Belegte Koalitionsaussagen lagen nicht vor.
Laut ZDFheute hat die bisherige Koalition aus SPD und Linke in den Umfragen keine Mehrheit. Die CDU lehnt nach einem Bundesparteitagsbeschluss von 2018 Koalitionen mit AfD und Linke ab (siehe Mögliche Koalitionen).
Wahlrecht in Mecklenburg-Vorpommern
- Jede Person hat zwei Stimmen: Mit der Erststimme wird in einem der 36 Wahlkreise ein Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme die Landesliste einer Partei.
- Der Landtag hat regulär 71 Sitze. Überhangmandate werden ausgeglichen, laut Wikipedia jedoch mit höchstens doppelt so vielen Ausgleichs- wie Überhangmandaten.7
- Sitze erhalten Parteien mit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen.
- Wählen dürfen Deutsche ab 16 Jahren, die seit mindestens 37 Tagen in Mecklenburg-Vorpommern wohnen.10
- 19 Landeslisten sind zugelassen, sieben Parteien treten nur mit einer Landesliste an. 258 Bewerberinnen und Bewerber von Parteien und fünf Einzelbewerber kandidieren in den Wahlkreisen.11 2
- Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Die Ergebnisse veröffentlicht das Landesamt für innere Verwaltung auf seiner Website; der Landeswahlleiter informiert am 21. September 2026 über das vorläufige Ergebnis.12
Nach Artikel 27 der Landesverfassung wird frühestens 58 und spätestens 61 Monate nach Beginn der Wahlperiode neu gewählt.13
Weiterführende Artikel
- ZDFheute: Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Das sind die Spitzenkandidaten
- ZDFheute: Schwesig gegen Holm: So ist die Ausgangslage in Mecklenburg-Vorpommern
- ZDFheute: Politbarometer Extra zu den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern (11.09.2026)
- NDR: MV-Trend: AfD vergrößert Abstand auf die SPD, die CDU verliert weiter (10.09.2026)
- NDR: MV-Trend: SPD verkürzt Rückstand zur AfD, CDU rutscht weiter ab (03.09.2026)
- Berliner Zeitung: Claudia Müller im Interview: „Nur mit uns wird es eine stabile Regierung geben“
- Landesamt für innere Verwaltung: Die Landtagswahl in Zahlen (31.08.2026)
- Wikipedia: Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026
Einzelnachweise
-
Amtsblatt für Mecklenburg-Vorpommern 2025, Nr. 32, S. 435 (Bestimmung des Wahltags nach § 3 Abs. 2 LKWG M-V). ↩
-
Landesamt für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern, Die Landtagswahl in Zahlen, Pressemitteilung Nr. 14/2026, 31.08.2026. ↩ ↩2
-
wahlrecht.de, Sonntagsfrage Mecklenburg-Vorpommern, Stand 16.09.2026. ↩
-
ZDFheute, So ist die Ausgangslage in Mecklenburg-Vorpommern, 11.09.2026. ↩ ↩2
-
Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, Wahl zum Landtag 2021 – Endgültiges Ergebnis. ↩
-
Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern, Wahlen – Zahlen & Fakten 2024, S. 7–8. ↩
-
Wikipedia, Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2021, abgerufen am 14.09.2026. ↩ ↩2
-
ZDFheute, Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Das sind die Spitzenkandidaten, August 2026. ↩ ↩2
-
Berliner Zeitung/Ostsee-Zeitung, Claudia Müller im Interview: „Nur mit uns wird es eine stabile Regierung geben“. ↩
-
Landesamt für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern, Pressemitteilung zum Wählerverzeichnis, 2026. ↩
-
Landesamt für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern, 19 Landeslisten zur Landtagswahl zugelassen, 31.07.2026. ↩
-
Landesamt für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern, Pressemitteilung zur Ergebnisveröffentlichung, 2026. ↩
-
Wikipedia, Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026, abgerufen am 14.09.2026. ↩
Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026.






