Wahl-O-Mat und Alternativen: Online-Wahlhilfen zur Bundestagswahl

Geschichte, Funktionsweise und Nutzung des Wahl-O-Mat, Gerichtsverfahren, Kritik – und alle wichtigen Alternativen mit Stand 2026

Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ist die mit Abstand meistgenutzte Wahlhilfe in Deutschland: Zur Bundestagswahl 2025 wurde er 26 Millionen Mal genutzt, seit seiner Premiere 2002 insgesamt rund 160 Millionen Mal. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Angebote, die anders vorgehen als das Vorbild – sie vergleichen die eigenen Positionen mit dem tatsächlichen Abstimmungsverhalten im Bundestag, mit den Kandidierenden im eigenen Wahlkreis, konzentrieren sich auf ein Politikfeld oder lassen die Nutzer mit den Wahlprogrammen chatten. Diese Seite erklärt, wie der Wahl-O-Mat entsteht und rechnet, wie stark er genutzt wird, welche Gerichtsverfahren und Kritik es gab, und stellt alle wichtigen Alternativen mit ihrem Stand im Jahr 2026 vor.

Wahlkabinen in einem Wahllokal zur Bundestagswahl 2013

Wahlkabinen in einem Wahllokal am Morgen der Bundestagswahl 2013. Foto: J. Patrick Fischer, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Was sind Online-Wahlhilfen?

Online-Wahlhilfen sind Web-Anwendungen oder Apps, die die eigenen Positionen zu politischen Streitfragen mit den Positionen der Parteien oder Kandidierenden vergleichen. In der Politikwissenschaft heißen sie Voting Advice Applications (VAA). In der Regel legen sie 20 bis 40 Thesen vor, zu denen die Nutzer Zustimmung oder Ablehnung angeben; daraus wird eine Übereinstimmung mit den Parteien berechnet.1

Der Wahl-O-Mat geht auf den niederländischen „StemWijzer“ zurück und wurde zur Bundestagswahl 2002 erstmals in Deutschland angeboten.2 Er richtet sich nach Angaben der bpb besonders an Jung- und Erstwähler, wird aber quer durch alle Altersgruppen genutzt. Alle Anbieter betonen, dass ihre Angebote keine Wahlempfehlung sind, sondern Informationsangebote: Das Ergebnis hängt von der Auswahl der Thesen ab und ersetzt nicht den Blick in die Wahlprogramme.

Der Wahl-O-Mat der bpb

Geschichte seit 2002

Zur Bundestagswahl 2002 erschien der erste Wahl-O-Mat mit 27 Thesen. Enthalten waren zunächst nur Parteien, die bereits im Parlament vertreten waren oder in Umfragen über drei Prozent lagen; genutzt wurde er 3,6 Millionen Mal. Im September 2003 folgte zur Landtagswahl in Bayern der erste Wahl-O-Mat auf Landesebene, danach kam das Werkzeug auch bei Europawahlen zum Einsatz. Zur Europawahl 2009 wurde das Angebot grundlegend erweitert: Erstmals konnten sich alle mit einer Liste zugelassenen Parteien beteiligen, seitdem enthält jeder Wahl-O-Mat 38 Thesen, und die Parteien begründen ihre Positionen. Seit 2011 gibt es Apps für iPhone und Android, seit 2015 ist das Design responsiv. Insgesamt wurde der Wahl-O-Mat bis 2025 rund 160 Millionen Mal genutzt.3

Startseite des Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021

Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 im neuen Design, das mit dem Wahljahr 2021 eingeführt wurde (Screenshot).

Weitere Neuerungen: Seit 2014 gibt es den „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ für Veranstaltungen und Schulen, der wie ein Lochkartensystem funktioniert.4 Seit den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz 2021 lassen sich die eigenen Antworten im „Tuning“ nachträglich ändern, und der „Parteienvergleich“ stellt die Positionen von bis zu drei Parteien gegenüber. Seit 2021 veröffentlicht die bpb außerdem die Datensätze jedes Wahl-O-Mat – die Thesen und die Antworten der Parteien – zur wissenschaftlichen und journalistischen Auswertung; die Nutzung für eigene Wahlhilfen ist ausdrücklich untersagt.5

So funktioniert der Wahl-O-Mat

Der Wahl-O-Mat legt 38 Thesen vor, die nacheinander mit „stimme zu“, „stimme nicht zu“ oder „neutral“ beantwortet oder übersprungen werden. Anschließend können einzelne Thesen doppelt gewichtet werden. Danach wählt man die Parteien aus, mit denen verglichen werden soll – einzelne oder alle auf einmal. Das Ergebnis zeigt alle ausgewählten Parteien nach dem Grad der Übereinstimmung geordnet als Balkendiagramm. Unter „Begründungen“ stehen die Antworten aller Parteien zu jeder These, unter „Standpunkte“ alle Positionen einer Partei auf einen Blick, und zu jeder Partei führt ein Link zu einem Kurzprofil des bpb-Angebots „Wer steht zur Wahl?“.4

Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021: Beispiel einer These

Eine These im Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 (Screenshot). Manche Thesen sind spezifisch und ohne Vorwissen schwer zu beantworten.

Das Rechenmodell ist öffentlich: Für jede These werden Punkte für die Übereinstimmung mit einer Partei vergeben, gewichtete Thesen zählen doppelt, übersprungene gar nicht. Das Ergebnis ist der Anteil der erreichten an der maximal möglichen Punktzahl. Nach Angaben der bpb erhalten etwa 92 Prozent der Nutzer, die vor der Nutzung eine klare politische Position hatten, genau oder in etwa das erwartete Ergebnis.6

Ergebnisseite des Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021

Ergebnisseite des Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 bei zufällig gewählten Antworten (Screenshot).

Wie die Thesen entstehen

Die Thesen erarbeitet eine Redaktion aus 20 bis 25 Jung- und Erstwählern zwischen 16 beziehungsweise 18 und 26 Jahren, unterstützt von Politikwissenschaftlern, Statistikern, Pädagogen und den Verantwortlichen der bpb und der jeweiligen Landeszentrale. Jeder Wahlberechtigte im passenden Alter kann sich für die Redaktion bewerben. Etwa drei Monate vor der Wahl formuliert das Team in einem dreitägigen Workshop 80 bis 100 Thesen auf Grundlage der Partei- und Wahlprogramme. Die Parteien haben dann zwei bis drei Wochen Zeit, alle Thesen zu beantworten und zu begründen; ein Team aus Politikwissenschaftlern prüft die Antworten auf Widersprüche, die letzte Entscheidung liegt aber immer bei den Parteien. In einem zweiten Workshop etwa eine Woche vor dem Start werden die 38 Thesen ausgewählt, die wichtige Themen aufgreifen, von den Parteien kontrovers beantwortet werden und ein breites Spektrum abdecken. Online geht der Wahl-O-Mat zwei bis vier Wochen vor der Wahl.7 Für die Bundestagswahl 2025 bestand die Redaktion aus 24 Jungwählerinnen und Jungwählern bis 26 Jahren.

Nutzung seit 2002

Die Nutzung ist bei jeder Bundestagswahl gestiegen: von 3,6 Millionen (2002) über 13,3 Millionen (2013) und 21,3 Millionen (2021) auf 26,0 Millionen zur Bundestagswahl 2025 – laut bpb ein Plus von über 22 Prozent gegenüber 2021.8 Bei Europawahlen wuchs die Nutzung von 895.000 (2004) auf 14,8 Millionen (2024). Bei Landtagswahlen hält Bayern 2023 mit 2,95 Millionen den Rekord.

Bundestag und Europa

Landtagswahlen

Tabelle

Wahl Datum Nutzungen
Bundestagswahl 23.02.2025 26.000.000
Bundestagswahl 26.09.2021 21.300.000
Bundestagswahl 24.09.2017 15.700.000
Bundestagswahl 22.09.2013 13.300.000
Bundestagswahl 27.09.2009 6.740.000
Bundestagswahl 18.09.2005 5.200.000
Bundestagswahl 22.09.2002 3.600.000
Europawahl 09.06.2024 14.800.000
Europawahl 26.05.2019 9.820.000
Europawahl 25.05.2014 3.890.000
Europawahl 07.06.2009 1.580.000
Europawahl 13.06.2004 895.000

Landtagswahlen seit 2021 (Parteien im Wahl-O-Mat, soweit von der bpb angegeben):

Wahl Datum Parteien Nutzungen
Abgeordnetenhaus Berlin 20.09.2026 17 läuft noch
Landtag Mecklenburg-Vorpommern 20.09.2026 19 läuft noch
Landtag Sachsen-Anhalt 06.09.2026 15 1.280.000
Landtag Rheinland-Pfalz 22.03.2026 12 714.000
Landtag Baden-Württemberg 08.03.2026 21 2.150.000
Bürgerschaft Hamburg 02.03.2025 16 546.000
Landtag Brandenburg 22.09.2024 14 467.000
Landtag Sachsen 01.09.2024 19 674.000
Landtag Thüringen 01.09.2024 15 426.000
Landtag Bayern 08.10.2023 15 2.950.000
Landtag Hessen 08.10.2023 21 1.310.000
Bürgerschaft Bremen 14.05.2023 16 176.000
Abgeordnetenhaus Berlin (Wiederholungswahl) 12.02.2023 509.000
Landtag Niedersachsen 09.10.2022 14 904.000
Landtag Nordrhein-Westfalen 15.05.2022 28 1.470.000
Landtag Schleswig-Holstein 08.05.2022 16 335.000
Landtag Saarland 27.03.2022 18 130.000
Abgeordnetenhaus Berlin 26.09.2021 1.030.000
Landtag Mecklenburg-Vorpommern 26.09.2021 310.000
Landtag Sachsen-Anhalt 06.06.2021 431.000
Landtag Baden-Württemberg 14.03.2021 1.870.000
Landtag Rheinland-Pfalz 14.03.2021 604.000

Quelle: bpb, Wahl-O-Mat-Archiv (Nutzungen bis 20239 und ab 202210), Stand 14.09.2026.

Für Sachsen-Anhalt meldete die bpb bereits eine Woche nach dem Start eine halbe Million Nutzungen und damit mehr als bei der Landtagswahl 2016 insgesamt (rund 488.000).11 Der Wahl-O-Mat zur Wahl in Berlin ging am 24. August 2026 online, zum fünften Mal in Kooperation mit der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.12 Informationen zu diesen Wahlen stehen auf den Seiten zu Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Startseite von wahl-o-mat.de im September 2026 mit den Versionen für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern

Screenshot: wahl-o-mat.de (Bundeszentrale für politische Bildung), 14.09.2026.

Wer den Wahl-O-Mat nutzt – und was er bewirkt

Seit 2004 befragt die Wahl-O-Mat-Forschung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter Stefan Marschall eine zufällige Auswahl der Nutzer nach dem Ende des Wahl-O-Mat. Danach ist die Mehrheit der Nutzer männlich (Frauen stellen 25 bis 45 Prozent der Nutzungen), etwa ein Fünftel ist jünger als 30 Jahre, rund 45 Prozent sind 50 Jahre oder älter, drei Viertel haben Abitur, Fachhochschulreife oder einen Hochschulabschluss. Bei Bundestagswahlen nähert sich die Nutzerschaft der Gesamtbevölkerung stärker an als bei Wahlen in kleinen Ländern.13

Über 90 Prozent der Nutzer haben laut dieser Forschung schon vor der Nutzung eine klare Position; die Hälfte will den eigenen Standpunkt überprüfen, etwa jede achte Nutzung dient der Orientierung für die Wahlentscheidung. Rund 70 Prozent erkennen durch den Wahl-O-Mat die Unterschiede zwischen den Parteien klarer, 60 Prozent werden motiviert, sich weiter zu informieren, und etwa 60 Prozent derjenigen, die zuvor nicht wählen wollten, werden zur Wahl motiviert.14 Mehr zum Thema auf der Seite Wahlbeteiligung.

Datenschutz

Der Wahl-O-Mat speichert nach Angaben der bpb keine personenbezogenen Daten. Die Antworten auf die Thesen dienen nur der Berechnung und Anzeige des persönlichen Ergebnisses und werden darüber hinaus weder verwendet noch gespeichert; Auswertungen über individuelle oder zusammengefasste Ergebnisse sind deshalb nicht möglich. Der Wahl-O-Mat wird auch von Medienpartnern auf deren eigenen Servern betrieben. Diese sind vertraglich verpflichtet, die Datenschutz-Grundverordnung einzuhalten, das Nutzungsverhalten weder auszuwerten noch weiterzugeben und Tracking im Umfeld des Wahl-O-Mat zu minimieren.6 Zur Bundestagswahl 2017 listete wahl-o-mat.de 61 Medienpartner.

Gerichtsverfahren

Der Wahl-O-Mat war mehrfach Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen um die Chancengleichheit der Parteien (Belege bei Wikipedia, siehe oben):

  • 2008, Verwaltungsgericht München: In den ersten Jahren berücksichtigte der Wahl-O-Mat nur größere Parteien. Das Verwaltungsgericht München untersagte diese Beschränkung 2008 in einem Eilverfahren (Az. M 7 E 08.4347). Der Bayerische Jugendring stellte den Wahl-O-Mat daraufhin als Lizenznehmer online – weiterhin ohne kleinere Parteien; die ÖDP erwirkte auch gegen ihn eine einstweilige Anordnung zur bayerischen Landtagswahl 2008.
  • 2019, Verwaltungsgericht Köln: Zur Europawahl 2019 klagte Volt Deutschland dagegen, dass Nutzer ihre Antworten nur mit acht Parteien gleichzeitig vergleichen konnten – bei 40 Parteien auf dem Stimmzettel. Das Gericht sah darin am 20. Mai 2019 in einem Eilbeschluss einen Verstoß gegen die Chancengleichheit der Parteien (Art. 21 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 GG) und untersagte den Weiterbetrieb in dieser Form; der Wahl-O-Mat ging noch am selben Tag offline. Die bpb legte Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen ein.

Auf Initiative des Oberverwaltungsgerichts einigten sich bpb und Volt außergerichtlich: Der Wahl-O-Mat ging am 23. Mai 2019 wieder online, und die bpb sagte zu, ab den Landtagswahlen im September 2019 den Vergleich mit beliebig vielen Parteien zu ermöglichen – mit einer gut sichtbaren Schaltfläche, um alle Parteien auf einmal auszuwählen. bpb-Präsident Thomas Krüger erklärte, aus Sicht der bpb sei der Wahl-O-Mat auch in der bisherigen Form verfassungskonform gewesen; der Vergleich diene dazu, eine rechtliche Entscheidung entbehrlich zu machen.15

Kein Gerichtsverfahren, aber eine Entscheidung mit Blick auf das Münchner Urteil war der Verzicht auf einen Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2011: Die Mehrheit im Kuratorium der Landeszentrale für politische Bildung begründete ihn damit, dass junge Wähler eher verschreckt als aufgeklärt würden, wenn ihnen der Wahl-O-Mat die NPD als nächststehende Partei anzeige.

Kritik

Seit der Einführung gab es Kontroversen um die Auswahl der Thesen, die eingeschränkten Antwortmöglichkeiten und den Wahrheitsgehalt der Parteiantworten. CDU und SPD lehnten zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern 2006, 2011 und 2016 gemeinsam eine Teilnahme ab, weil die Thesen aus ihrer Sicht nicht einfach mit Ja oder Nein zu beantworten seien. Ein grundsätzlicher Einwand lautet, dass die im Wahlkampf behaupteten Positionen nicht mit dem späteren Verhalten übereinstimmen müssen – darauf reagieren Angebote wie DeinWal und der Real-O-Mat, die das reale Abstimmungsverhalten zugrunde legen.

Der Politikwissenschaftler Christian Stecker (TU Darmstadt) wies gegenüber der tagesschau darauf hin, dass der Algorithmus auch für die Antwort „neutral“ einen Übereinstimmungspunkt vergibt, obwohl neutrale Positionen von Parteien häufig doch in eine Richtung tendieren. Sein Rat: Thesen, zu denen man keine Meinung hat, lieber überspringen als „neutral“ anklicken.16 In einem Meinungsbeitrag kritisierte die NZZ im Februar 2026, dass die Thesen von einem Team junger Wähler ausgewählt werden, und hielt das Werkzeug deshalb nicht für neutral.17

Alternativen zum Wahl-O-Mat

Die folgende Übersicht stellt Online-Wahlhilfen vor, die zur Bundestagswahl 2025 angeboten wurden oder 2026 zu Landtagswahlen aktiv sind. Die Aufnahme ist keine Empfehlung; ob und wann ein Angebot zur Bundestagswahl 2029 erscheint, ist offen. Die Erreichbarkeit aller Adressen wurde am 14. September 2026 geprüft. Soweit nicht anders belegt, stammen die Angaben zu den einzelnen Angeboten von den Anbietern selbst (abgerufen am 14. September 2026) und aus der Wikipedia.2

Angebot Anbieter Prinzip Umfang zur Bundestagswahl 2025 Stand September 2026
Wahl-O-Mat Bundeszentrale für politische Bildung 38 Thesen, Antworten der Parteien 29 Parteien aktiv (Berlin, Mecklenburg-Vorpommern)
Real-O-Mat FragDenStaat (Open Knowledge Foundation Deutschland) 20 Thesen, reales Abstimmungsverhalten im Parlament 7 Fraktionen und Gruppen aktiv (Sachsen-Anhalt, Berlin)
DeinWal privates Zweierteam aus Rostock reale Bundestagsabstimmungen nachspielen im Bundestag vertretene Parteien Version 2025 online
WahlSwiper Verein VoteSwiper rund 30 Ja/Nein-Fragen per Wischgeste, Erklärvideos alle zugelassenen Parteien, die geantwortet haben aktiv, mehrere Länder
Wahl-Kompass Universität Münster mit Kieskompas 31 Thesen, fünfstufige Skala, Positionskreuz Parteien nach Programm- und Selbstpositionierung Version 2025 online
KandidierendenCheck abgeordnetenwatch.de (Parlamentwatch e. V.) Vergleich mit Direktkandidierenden nach Postleitzahl 18 Thesen aktiv (Berlin, Mecklenburg-Vorpommern)
Parteivergleich.eu unabhängig (eigene Angabe), ohne Cookies und Tracker 50 bis 100 Fragen mit Gewichtung bis zu 37 Parteien Version 2025 online
Wahl-O-Meter DEMOCRACY Deutschland e. V. Abstimmen über echte Bundestagsvorlagen in der App Bundestagsfraktionen App aktiv
Euromat Pulse of Europe, JEF, Polis180, Der (europäische) Föderalist 25 europapolitische Thesen aus den Programmen 7 Parteien Version 2025 online
Sozial-O-Mat Diakonie Deutschland 20 sozialpolitische Thesen zur Bundestagswahl 2025 keine Ausgabe aktiv (Sachsen-Anhalt, Berlin)
Wahltraut Initiative #stattblumen Thesen zu Gleichstellung, Inklusion, Antirassismus Ausgaben 2021 und 2025 Website leitet auf Instagram weiter
Agrar-O-Mat agrarheute (Deutscher Landwirtschaftsverlag) 24 agrarpolitische Thesen 8 Parteien Version 2025 online
Bitkomat Bitkom e. V. 20 digitalpolitische Thesen Parteien nach eigener Auswahl aktiv (Berlin)
Frag die Partei FragDasPDF (Österreich) KI-Chatbot über die Wahlprogramme Bundestagswahl 2025 online
wahl.chat wahl.chat (Deutschland) KI-Chat zu Programmen und Abstimmungen Bundestagswahl 2025 aktiv (Berlin, Mecklenburg-Vorpommern)
VOTO VOTO Baukasten für eigene Wahlhilfen, auch für Kandidierende Kommunen, Vereine, Hochschulen aktiv

Quellen: Angaben der Anbieter, Wikipedia, Ruhr Nachrichten18 und Euractiv.19

Real-O-Mat (FragDenStaat)

Startseite des Real-O-Mat im September 2026 mit den Versionen für Berlin und Sachsen-Anhalt

Screenshot: real-o-mat.de (FragDenStaat), 14.09.2026.

Der Real-O-Mat der Transparenzplattform FragDenStaat, einem Projekt der gemeinnützigen Open Knowledge Foundation Deutschland, erschien erstmals zur Bundestagswahl 2025. Er vergleicht die Antworten auf 20 Thesen nicht mit den Aussagen der Parteien, sondern mit ihrem tatsächlichen Abstimmungsverhalten im Bundestag: Die Thesen sind aus Gesetzentwürfen und Anträgen abgeleitet, über die zwischen September 2021 und Dezember 2024 abgestimmt wurde. Als Antworten stehen „Ja, finde ich auch“, „Nein, geht mir zu weit“ und „Nein, reicht mir nicht aus“ zur Wahl; wichtige Thesen lassen sich doppelt gewichten. Enthalten sind nur die Fraktionen und Gruppen, die in der vergangenen Wahlperiode im Bundestag saßen – 2025 waren das SPD, CDU/CSU, Grüne, FDP, AfD, Linke und BSW.2019

Gewertet wird die Mehrheitsposition einer Fraktion bei der jeweiligen Abstimmung; hat eine Fraktion dagegen gestimmt oder sich enthalten, wird ihre Begründung aus Plenardebatte und Beschlussempfehlung ausgewertet und unter „Begründungen“ verlinkt.21 2026 gab es den Real-O-Mat zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Berlin. Christian Stecker gibt zu bedenken, dass Abstimmungen im Parlament oft Kompromisspositionen abbilden und nicht mehr die ursprünglichen Parteipositionen; er empfiehlt, die mitgelieferten Begründungen zu lesen.

DeinWal

DeinWal zur Bundestagswahl 2021

DeinWal zur Bundestagswahl 2021 (Screenshot).

DeinWal verfolgt seit 2017 denselben Grundgedanken wie der Real-O-Mat: Die Nutzer spielen echte Abstimmungen des Bundestags aus der abgelaufenen Wahlperiode nach – zustimmen, ablehnen oder enthalten – und sehen am Ende, welche Partei am häufigsten in ihrem Sinne abgestimmt hat. Deshalb sind nur die im Bundestag vertretenen Parteien enthalten. Ausgaben gab es zu den Bundestagswahlen 2017, 2021 und 2025 sowie zur Europawahl 2019. Hinter dem Angebot stehen nach eigenen Angaben zwei Personen aus Rostock, Tom Theile und Martin Scharm, die das Projekt privat finanzieren und keiner Partei angehören. Die Anwendung läuft vollständig im Browser: Nach dem Laden der Seite werden keine Antworten an einen Server übertragen.22 Zur Bundestagswahl 2025 umfasste DeinWal 23 Themen.

WahlSwiper (VoteSwiper)

WahlSwiper zur Bundestagswahl 2021

WahlSwiper zur Bundestagswahl 2021 (Screenshot).

Der WahlSwiper, international VoteSwiper, erschien erstmals zur Bundestagswahl 2017 und richtet sich vor allem an jüngere Wähler. Rund 30 Fragen werden wie in einer Dating-App per Wischgeste beantwortet: nach links „Nein“, nach rechts „Ja“; Fragen lassen sich überspringen oder doppelt gewichten, zu jeder gibt es ein kurzes Erklärvideo. Anders als der Wahl-O-Mat bis 2019 begrenzte der WahlSwiper die Zahl der vergleichbaren Parteien nie. Betrieben wird die App vom gemeinnützigen Verein VoteSwiper; die Fragen entstehen in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg und weiteren Universitäten und Organisationen. Zur Bundestagswahl 2021 gab es ihn in sieben Sprachen. Zur Europawahl 2024 beantworteten CDU, CSU, SPD, Grüne, FDP und Linke den Fragebogen nicht; die Betreiber leiteten die Positionen dieser Parteien stattdessen aus Programmen und Reden ab.23 Zur Bundestagswahl 2025 war der WahlSwiper wieder verfügbar, 2026 bietet die Website Wahlhilfen für Deutschland, Österreich, Italien, Schweden, Finnland und Ghana an.24

Wahl-Kompass (Universität Münster)

Wahl-Kompass zur Bundestagswahl 2021

Wahl-Kompass zur Bundestagswahl 2021 (Screenshot).

Der Wahl-Kompass entsteht am Lehrstuhl von Norbert Kersting am Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Unternehmen Kieskompas, das seit 2006 Wahlhilfen in mehr als 40 Ländern entwickelt hat. Zur Bundestagswahl 2025 ging er am 23. Januar 2025 online – nach Angaben des Lehrstuhls als erste Online-Wahlhilfe zu dieser Wahl. Die Nutzer bewerten 31 Thesen auf einer Skala von Zustimmung bis Ablehnung; daraus berechnet der Wahl-Kompass eine Position in einem Koordinatenkreuz – die Achsen unterscheiden progressiv-ökologische von konservativ-traditionellen und umverteilende von eigenverantwortlichen Positionen – und zusätzlich ein Ranking der prozentualen Übereinstimmung. Die Parteipositionen werden in einem zweistufigen Verfahren bestimmt: Die Selbstpositionierung der Parteien wird vom Forschungsteam mit den Wahlprogrammen abgeglichen. 2021 enthielt der Wahl-Kompass zwölf Parteien, für die Wahlkreise Münster und Bielefeld gab es Versionen mit den Direktkandidierenden.25 Der Lehrstuhl entwickelte 2025 außerdem „Kommunalwahl-Navis“ für Städte in Nordrhein-Westfalen.1

KandidierendenCheck (abgeordnetenwatch.de)

KandidierendenCheck von abgeordnetenwatch.de zur Bundestagswahl 2021

Ausschnitt aus der Ergebnisseite des KandidierendenChecks zur Bundestagswahl 2021 (Screenshot).

Während die meisten Wahlhilfen bei der Zweitstimme helfen, richtet sich der KandidierendenCheck von abgeordnetenwatch.de (Träger: Parlamentwatch e. V.) auf die Erststimme. Nach Eingabe der Postleitzahl werden die eigenen Antworten mit denen der Direktkandidierenden des Wahlkreises verglichen, die am Check teilgenommen haben; die Übereinstimmung erscheint als Prozentwert, und je zwei Kandidierende lassen sich direkt gegenüberstellen. Zur Bundestagswahl 2025 waren es 18 Thesen; weil nicht alle Kandidierenden antworten, kann der Vergleich unvollständig sein. Im September 2026 gibt es den KandidierendenCheck zu den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Parteivergleich.eu

Parteivergleich.eu zur Bundestagswahl 2021

Parteivergleich.eu zur Bundestagswahl 2021 (Screenshot). Das Design ist schlicht, die Seite kommt ohne Cookies und Tracker aus.

Parteivergleich.eu ist die ausführlichste der Wahlhilfen: Je nach Wahl sind 50 bis 100 Fragen zu beantworten, jede mit zehn Antwortstufen, und zu jeder Frage lässt sich angeben, wie wichtig sie einem ist. Um Neutralität zu wahren, bestimmt keine Redaktion die Fragen; stattdessen reichen die Parteien ihre wichtigsten Themen ein, aus denen die Fragen entstehen, die dann alle Parteien beantworten. Das Ergebnis ist ein Säulendiagramm mit bis zu 37 Parteien, ergänzt um Thementabellen zum Detailvergleich. Die Wahlhilfe gab es zu Bundestagswahlen seit 2009, zur Europawahl, zur Sozialwahl, zu Wahlen in Österreich, Belgien und Südtirol.26

Wahl-O-Meter (DEMOCRACY-App)

Wahl-O-Meter der DEMOCRACY-App zur Bundestagswahl 2021

Wahl-O-Meter in der DEMOCRACY-App zur Bundestagswahl 2021 (Screenshot).

Die 2018 gestartete DEMOCRACY-App des Vereins DEMOCRACY Deutschland e. V. lässt ihre Nutzer über alle Gesetze und Anträge abstimmen, die gerade im Bundestag beraten werden, und zeigt bei namentlichen Abstimmungen, wie die einzelnen Abgeordneten votiert haben. Das im März 2019 eingeführte Wahl-O-Meter vergleicht die eigenen Voten mit denen der Bundestagsfraktionen und berechnet daraus, zu wie viel Prozent man von jeder Partei vertreten wird – je mehr Abstimmungen man mitgemacht hat, desto belastbarer das Ergebnis. Anders als die übrigen Angebote ist das Wahl-O-Meter kein einmaliger Test vor der Wahl, sondern läuft über die gesamte Wahlperiode.27 Die App gibt es für iOS und Android sowie als Browserversion.

Euromat

Startseite des Euromat zur Bundestagswahl 2025

Screenshot: euromat.pulseofeurope.eu (Pulse of Europe), 14.09.2026.

Der Euromat konzentriert sich auf die Europapolitik. Er ist ein gemeinsames Angebot der Bürgerbewegung Pulse of Europe, der Jungen Europäischen Föderalist:innen Deutschland, des Thinktanks Polis180 und des Blogs „Der (europäische) Föderalist“ und erschien zu den Bundestagswahlen 2017, 2021 und 2025 sowie zur Europawahl 2024. Zur Bundestagswahl 2025 umfasste er 25 Thesen zu den sieben im Bundestag vertretenen Parteien. Neu war, dass die Positionen nicht mehr von den Parteien selbst abgefragt, sondern aus den Wahl- und Parteiprogrammen abgeleitet wurden, und dass jede These eine kurze Einordnung mit den wichtigsten Argumenten dafür und dagegen enthält.28

Sozial-O-Mat (Diakonie)

Sozial-O-Mat der Diakonie zur Bundestagswahl 2021

Sozial-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 (Screenshot).

Der Sozial-O-Mat der Diakonie Deutschland wurde 2017 eingeführt und seither bei Bundestags-, Europa- und Landtagswahlen eingesetzt. Anhand von 20 sozialpolitischen Thesen – etwa zu Pflege, Armut, Familie und Inklusion – lassen sich die eigenen Antworten mit denen der Parteien und der Diakonie selbst vergleichen; lebensnahe Beispiele zeigen die Folgen der jeweiligen Position.29 Zur vorgezogenen Bundestagswahl 2025 gab es aus Zeitgründen keinen Sozial-O-Mat.30 2026 begleiten die Diakonie-Landesverbände die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Berlin mit eigenen Sozial-O-Maten.29

Wahltraut

Wahltraut, „die Wahlberaterin für einen gleichberechtigten Bundestag“, prüft die Wahlprogramme auf Themen wie faire Bezahlung, Rechte von LGBTQIA+, Antirassismus und Inklusion. Die Thesen entstanden zur Bundestagswahl 2021 gemeinsam mit einem Gremium, dem unter anderem UN Women Deutschland, die Amadeu Antonio Stiftung und Doctors for Choice angehörten. Zur Bundestagswahl 2025 gab es eine Neuauflage der Initiative #stattblumen; die Betreiber kündigten an, die Einhaltung der Wahlversprechen nach der Wahl weiter zu prüfen.31 Im September 2026 leitet die Adresse wahltraut.de auf ein Instagram-Profil weiter.

Agrar-O-Mat (agrarheute)

Agrar-O-Mat zur Bundestagswahl 2021

Agrar-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 (Screenshot).

Der Agrar-O-Mat des Fachportals agrarheute (Deutscher Landwirtschaftsverlag) legt den Schwerpunkt auf die Agrarpolitik – etwa Agrardiesel, Wolfsjagd, Pflanzenschutzmittel, Ökolandbau und Tierwohl. Zur Bundestagswahl 2025 positionierten sich AfD, BSW, CDU/CSU, FDP, Freie Wähler, Grüne, Linke und SPD zu 24 Thesen; das Angebot war ab dem 29. Januar 2025 verfügbar. Der Verlag betont, dass keine Verbindung zum Wahl-O-Mat der bpb besteht.32

Bitkomat (Bitkom)

Bitkomat zur Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026

Screenshot: bitkomat.de (Bitkom e. V.), 14.09.2026.

Der Bitkomat des Digitalverbands Bitkom beschränkt sich auf die Digitalpolitik. Zur Bundestagswahl 2025 waren 20 Thesen mit „stimme zu“, „stimme nicht zu“ oder „neutral“ zu bewerten, die Berechnung läuft nach Angaben des Verbands ausschließlich im Browser der Nutzer. Im September 2026 gibt es den Bitkomat zur Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.33

KI-Chatbots als Wahlhilfe

Zur Bundestagswahl 2025 kamen erstmals Wahlhilfen auf Basis großer Sprachmodelle hinzu. Sie drehen das Prinzip um: Statt Thesen zu bewerten, stellen die Nutzer selbst Fragen, und die KI durchsucht die eingespeisten Wahlprogramme nach Antworten. Die tagesschau nannte als Vorteil, dass sich gezielt abfragen lässt, was einen am meisten interessiert; als Nachteil, dass nicht alle Parteiprogramme enthalten sind und die KI Fehler macht.16

Startseite von Frag die Partei mit Chatbots zur Bundestagswahl 2025, Europawahl 2024 und österreichischen Wahlen

Screenshot: fragdiepartei.de (FragDasPDF), 14.09.2026.

  • Frag die Partei des Anbieters FragDasPDF (fragdaspdf.at) lässt die Nutzer mit den Wahlprogrammen chatten; es erschien zur Europawahl 2024, zur Nationalratswahl in Österreich 2024 und zur Bundestagswahl 2025.
  • wahl.chat eines deutschen Entwicklerteams beantwortet Fragen auf Grundlage der Wahlprogramme, Plenarprotokolle und namentlichen Abstimmungen; nach eigenen Angaben wurde es bis 2026 von mehr als 400.000 Menschen genutzt und begleitet auch die Landtagswahlen 2026.34
  • Wahlweise ließ die Nutzer Themen auswählen und zeigte die passenden Stellen aus den Programmen; die Adresse wahlweise.info war am 14. September 2026 nicht erreichbar.18

Startseite von wahl.chat im September 2026

Screenshot: wahl.chat, 14.09.2026.

Wie zuverlässig sind die Chatbots? Ein Team der TU Dortmund und des Forschungszentrums RC-Trust prüfte im Februar 2025, wie gut wahl.chat und Wahlweise die Parteipositionen aus dem Wahl-O-Mat wiedergeben. Bei wahl.chat wich die Antwort in rund 400 Prüfungen in etwa einem Viertel der Fälle von der im Wahl-O-Mat hinterlegten Position ab, in etwa sechs Prozent war sie das genaue Gegenteil; bei Wahlweise war es jede zweite Antwort. Dieselbe Frage erhielt an verschiedenen Tagen teils unterschiedliche Antworten.35

Für allgemeine Chatbots fällt die Bilanz schlechter aus. AlgorithmWatch und AI Forensics stellten für Microsofts Bing Chat vor den Landtagswahlen in Bayern und Hessen 2023 fest, dass ein Drittel der Antworten auf wahlbezogene Fragen sachliche Fehler enthielt – falsche Wahltermine, veraltete Kandidaten, erfundene Skandale.36 Vor den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg 2024 gab das kostenlose GPT-3.5 von OpenAI in etwa 30 Prozent der Fälle falsche Informationen, das kostenpflichtige GPT-4o in etwa 14 Prozent; Googles Gemini blockierte Wahlfragen im Browser fast immer, Microsofts Copilot beantwortete zwei Drittel der Fragen und lag dabei nur in fünf Prozent der Fälle eindeutig falsch.37 Im Abschlussbericht vom Dezember 2024 sah AlgorithmWatch mit Blick auf die Bundestagswahl 2025 weiterhin wiederkehrende Fehler, insbesondere bei weniger prominenten Kandidierenden, und Schutzmaßnahmen, die nicht durchgängig funktionieren.38

Frühere Angebote

Mehrere Wahlhilfen der Bundestagswahl 2021 wurden nicht fortgeführt oder sind pausiert:

  • Klimawahlcheck von Klima-Allianz Deutschland, GermanZero und NABU: Zur Bundestagswahl 2021 wurden die Wahlprogramme von Union, SPD, Grünen, FDP und Linken auf ihre Klimapolitik ausgewertet, die AfD war nicht enthalten. Das Tool wurde 2021 über vier Millionen Mal und zur Europawahl 2024 mehr als eine Million Mal aufgerufen; zur Bundestagswahl 2025 gab es wegen des kurzen Wahlkampfs keine Ausgabe, die Träger sprechen von einer Pause. Die Version von 2021 ist als Archivseite weiter erreichbar.39
  • Digital-O-Mat zur Netzpolitik, laut Wikipedia von der Digitalcourage-Ortsgruppe Braunschweig, der die Standpunkte der Nutzer mit echten Abstimmungen im Europaparlament verglich. Die Adresse digital-o-mat.de lieferte am 14. September 2026 einen Serverfehler.
  • Wahldatenhelfer, ein Informationsangebot für junge Wähler ohne Fragen, das die Positionen der Bundestagsparteien zu verschiedenen Themen gegenüberstellte: nicht mehr erreichbar.
  • Carwow-O-Mat, eine kommerzielle Wahlhilfe des Neuwagenportals Carwow mit acht Thesen rund ums Auto: eingestellt.
  • Polit-Kompass der Universität Münster, der die Parteien auf Grundlage einer Expertenbefragung einordnete: nicht mehr erreichbar.

Klimawahlcheck zur Bundestagswahl 2021

Klimawahlcheck zur Bundestagswahl 2021 (Screenshot).

Was Wahlhilfen leisten – und was nicht

Alle Anbieter betonen, dass ihre Angebote keine Wahlempfehlung sind. Die Ergebnisse hängen davon ab, welche Thesen gestellt werden, welche Antwortmöglichkeiten es gibt und ob die Positionen der Parteien aus Selbstauskünften, Programmen oder Abstimmungen stammen. Wer mehrere Angebote nutzt, sieht deshalb oft unterschiedliche Rangfolgen – und lernt dabei am meisten über die Unterschiede zwischen den Parteien. Die begleitende Forschung zum Wahl-O-Mat zeigt, dass die meisten Nutzer ihre Wahlentscheidung nicht vom Ergebnis abhängig machen, sondern ihren Standpunkt überprüfen und sich zum Weiterlesen anregen lassen.14 Für die Entscheidung selbst bleiben die Wahlprogramme, die Spitzenkandidaten und die Frage nach möglichen Koalitionen maßgeblich.

Weiterführende Artikel

Einzelnachweise

  1. Universität Münster, Institut für Politikwissenschaft, Lehrstuhl Norbert Kersting, Online Electoral Aids, abgerufen am 14.09.2026. 2

  2. Wikipedia, Wahl-O-Mat, abgerufen am 14.09.2026 (mit Einzelnachweisen zu Geschichte, Gerichtsverfahren und Alternativen). 2

  3. Bundeszentrale für politische Bildung, Die Geschichte des Wahl-O-Mat, 25.02.2025.

  4. Bundeszentrale für politische Bildung, Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?, 10.02.2021. 2

  5. Bundeszentrale für politische Bildung, Datensätze des Wahl-O-Mat, 30.03.2026.

  6. Bundeszentrale für politische Bildung, Häufig gestellte Fragen zum Wahl-O-Mat – Bundestagswahl 2025, abgerufen am 14.09.2026. 2

  7. Bundeszentrale für politische Bildung, Die Entstehung eines Wahl-O-Mat, 27.07.2017.

  8. Bundeszentrale für politische Bildung, Pressemitteilung Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2025 übertrifft bisherigen Nutzungsrekord deutlich, Februar 2025.

  9. Bundeszentrale für politische Bildung, Wahl-O-Mat-Archiv: Weitere Wahlen (Nutzungszahlen 2002 bis 2023), 19.11.2024.

  10. Bundeszentrale für politische Bildung, Wahl-O-Mat-Archiv (Nutzungszahlen 2022 bis 2026), abgerufen am 14.09.2026.

  11. Bundeszentrale für politische Bildung, Pressemitteilung Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erreicht halbe Million Nutzungen, August 2026.

  12. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin, Pressemitteilung Wahl-O-Mat in Berlin startet heute, 24.08.2026.

  13. Bundeszentrale für politische Bildung, Die Nutzer des Wahl-O-Mat, 01.07.2025.

  14. Bundeszentrale für politische Bildung, Die Wirkung des Wahl-O-Mat, 02.09.2021. 2

  15. Tagesspiegel, Außergerichtliche Einigung: Wahl-O-Mat nach Zwangspause wieder online, 23.05.2019.

  16. tagesschau, Welche Vor- und Nachteile haben Wahl-O-Mat, Real-O-Mat und Co.?, 06.02.2025. 2

  17. NZZ, Meinungsbeitrag „Der andere Blick“, Der Wahl-O-Mat ist Etikettenschwindel – und ignoriert die Sorgen von Millionen Deutschen, 19.02.2026.

  18. Ruhr Nachrichten, Wahl-O-Mat-Alternativen: Welche weiteren Wahlhilfe-Tools es zur Bundestagswahl 2025 gibt, Februar 2025. 2

  19. Euractiv, Bundestagswahl 2025: Sechs Online-Wahlhilfen für Unentschlossene, Februar 2025. 2

  20. Wikipedia, Real-O-Mat, abgerufen am 14.09.2026.

  21. Real-O-Mat (FragDenStaat), Methodik, abgerufen am 14.09.2026.

  22. DeinWal, Häufig gestellte Fragen, abgerufen am 14.09.2026.

  23. Wikipedia, WahlSwiper, abgerufen am 14.09.2026.

  24. VoteSwiper, WahlSwiper – Finde deine Partei zu politischen Wahlen, abgerufen am 14.09.2026.

  25. Universität Münster, Institut für Politikwissenschaft, Wahl-Kompass Bundestagswahl 2021, abgerufen am 14.09.2026.

  26. parteivergleich.eu, Startseite, abgerufen am 14.09.2026.

  27. Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Pressemeldung „Denn jede Stimme zählt – jeden Tag“ – Democracy App startet Wahl-O-Meter, 26.03.2019.

  28. Der (europäische) Föderalist, Der EUROMAT zur Bundestagswahl 2025, 04.02.2025.

  29. Diakonie Deutschland, Sozial-O-Mat, abgerufen am 14.09.2026. 2

  30. evangelisch.de, Kein Sozial-O-Mat für Bundestagswahl 2025, 13.12.2024.

  31. Wahltraut, Startseite zur Bundestagswahl 2025, archiviert am 12.02.2025 (Internet Archive).

  32. agrarheute, Agrar-O-Mat – der Wahl-O-Mat für Landwirte, abgerufen am 14.09.2026.

  33. Bitkom, Bitkomat zur Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026, abgerufen am 14.09.2026.

  34. wahl.chat, Startseite, abgerufen am 14.09.2026.

  35. TU Dortmund, TU-Team ermittelt Fehleranfälligkeit von KI-Wahlhilfen, Februar 2025.

  36. AlgorithmWatch, KI-Chatbot liefert falsche Antworten auf Fragen zu demokratischen Wahlen, 15.12.2023.

  37. AlgorithmWatch, Im Vorfeld der Landtagswahlen: Chatbots bringen noch immer viele Falschinformationen in Umlauf, 26.08.2024.

  38. AlgorithmWatch, Pressemitteilung KI zur Bundestagswahl: Untersuchung der Risiken großer Sprachmodelle hängt am Forschungszugang, 18.12.2024.

  39. Klima-Allianz Deutschland, Klimawahlcheck, abgerufen am 14.09.2026.

Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026.

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