Bündnis 90/Die Grünen: Partei, Führung und Umfragen vor der Bundestagswahl 2029
Bündnis 90/Die Grünen: Zahlen, Personen und Entwicklungen seit der Wahl 2025

Franziska Brantner, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, auf der re:publica in Berlin, 19. Mai 2026 (Ausschnitt). Foto: Leonhard Lenz, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY 4.0
Bündnis 90/Die Grünen sind mit 85 von 630 Sitzen die zweitgrößte Oppositionsfraktion im 21. Deutschen Bundestag. Im Mittel der neuesten Umfragen liegen sie bei 15,0 % und sind damit drittstärkste Kraft (Stand: 15.09.2026). Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 hatten die Grünen 11,6 % der Zweitstimmen erhalten, nach 14,7 % im Jahr 2021.1 2
Seit dem Ende der Regierung von Olaf Scholz im Mai 2025 gehören die Grünen nicht mehr der Bundesregierung an. In den Ländern regieren sie in sechs Koalitionen mit; seit dem 13. Mai 2026 stellen sie mit Cem Özdemir in Baden-Württemberg wieder einen Ministerpräsidenten.3 Die Partei wird von Franziska Brantner und Felix Banaszak geführt.
Führung der Grünen
| Funktion | Person | seit |
|---|---|---|
| Bundesvorsitzende | Franziska Brantner und Felix Banaszak | November 2024 (50. Bundesdelegiertenkonferenz, Wiesbaden) |
| Stellvertretende Vorsitzende | Sven Giegold, Heiko Knopf | – |
| Generalsekretärin (bis Juli 2026: Politische Bundesgeschäftsführerin) | Pegah Edalatian | Umbenennung am 01.07.2026 |
| Bundesschatzmeisterin | Gesine Märtens | – |
| Fraktionsvorsitzende im Bundestag | Katharina Dröge und Britta Haßelmann | Dezember 2021 |
| Vizepräsident des Bundestages | Omid Nouripour | 25.03.2025 |
Stand: 14.09.2026. Quellen: Wikipedia, taz.4 5 6 7
Wechsel seit der Bundestagswahl 2025:
- Im Partei- und im Fraktionsvorsitz gab es keinen Wechsel. Der Bundesvorstand wird laut Wikipedia für zwei Jahre gewählt; die letzte reguläre Wahl fand im November 2024 statt.
- Am 25. März 2025 folgte Omid Nouripour Katrin Göring-Eckardt als Vizepräsident des Bundestages.
- Auf der 51. Bundesdelegiertenkonferenz im November 2025 in Hannover gab es laut Wikipedia Nachwahlen zum Bundesvorstand und zum Parteirat.
- Seit der Urabstimmung vom Sommer 2026 heißt die Politische Bundesgeschäftsführung „Generalsekretär/in“; Amtsinhaberin Pegah Edalatian darf sich seitdem Generalsekretärin nennen.

Felix Banaszak, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, bei einer Kundgebung für erneuerbare Energien in Berlin, 18. April 2026. Foto: Leonhard Lenz, Wikimedia Commons, Lizenz: CC0

Katharina Dröge, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, bei einer Wahlkampfveranstaltung in Fürth, Februar 2026. Foto: Kasa Fue, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Britta Haßelmann, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, in der Sendung „Maischberger“, 4. November 2025. Foto: Raimond Spekking, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Wahlergebnisse, Mitglieder und Umfragen
Ihr bislang bestes Bundestagswahlergebnis erzielten die Grünen 2021 mit 14,7 %. Bei der Bundestagswahl 1990 waren die westdeutschen Grünen (bundesweit 3,8 %) und das ostdeutsche Bündnis 90/Grüne (1,2 %) noch getrennt angetreten; nur das ostdeutsche Bündnis zog mit acht Abgeordneten in den Bundestag ein. Bei der Europawahl 2024 erhielten die Grünen 11,9 % (2019: 20,5 %).8
Bundestagswahlen
Landtagswahlen
Mitglieder
Mitglieder: Zum Jahreswechsel 2025/26 hatten die Grünen nach eigenen Angaben 183.761 Mitglieder, 18,3 % mehr als ein Jahr zuvor (155.296).9 Ende 2017 waren es laut dem Parteienforscher Oskar Niedermayer 65.065.10 Eine bundesweite Zahl für 2026 liegt nicht vor; in Berlin verloren die Grünen laut einem Bericht des Tagesspiegels vom August 2026 Mitglieder.11
Die Grünen in den Umfragen seit der Wahl 2025
Das Diagramm zeigt für jeden Kalendermonat seit der Bundestagswahl 2025 den Mittelwert aller in diesem Monat veröffentlichten Sonntagsfragen, im Vergleich zur SPD; die Tabelle nennt die Werte der letzten zwölf Monate. Der jüngste Monat ist noch nicht abgeschlossen. Alle Institute und Parteien stehen auf der Seite Umfragen.
Die Grünen gewannen seit März 2025 3,1 Punkte hinzu: von 11,7 % auf 14,8 % im Monatsmittel (Spanne 11,2 % bis 14,8 %). Gegenüber dem Vormonat (August 2026) gewannen die Grünen 0,6 Punkte.
Diagramm
Tabelle
| Monat | Grüne | Veränderung zum Vormonat | SPD | Umfragen |
|---|---|---|---|---|
| September 2026 | 14,8 % | +0,6 | 12,4 % | 11 |
| August 2026 | 14,2 % | +0,2 | 12,1 % | 18 |
| Juli 2026 | 14,0 % | ±0,0 | 12,3 % | 20 |
| Juni 2026 | 14,0 % | ±0,0 | 12,2 % | 22 |
| Mai 2026 | 14,0 % | +0,6 | 12,4 % | 19 |
| April 2026 | 13,4 % | +0,8 | 13,1 % | 17 |
| März 2026 | 12,6 % | +1,0 | 14,4 % | 21 |
| Februar 2026 | 11,6 % | −0,2 | 15,2 % | 17 |
| Januar 2026 | 11,8 % | +0,1 | 14,5 % | 18 |
| Dezember 2025 | 11,7 % | +0,2 | 14,0 % | 16 |
| November 2025 | 11,5 % | +0,1 | 14,6 % | 20 |
| Oktober 2025 | 11,4 % | +0,2 | 14,2 % | 18 |
| Bundestagswahl 2025 | 11,6 % | – | 16,4 % | – |
Quelle: wahlrecht.de, eigene Berechnung der Monatsmittel.12
Wahlen seit 2025
Bei der Bundestagswahl 2025 erhielten die Grünen 11,6 % der Zweitstimmen und 85 Sitze; bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 wurden sie mit einem Vorsprung von 27.279 Stimmen vor der CDU stärkste Kraft, in Rheinland-Pfalz endete die Ampel-Koalition, und in Sachsen-Anhalt legten sie nach vorläufigem Ergebnis gegenüber 2021 zu.13 14 15
Nächste Wahlen: Am 20. September 2026 wird in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Im Mittel der neuesten Umfragen liegen die Grünen in Berlin bei 16,0 % (Wahl 2023: 18,4 %) und in Mecklenburg-Vorpommern bei 5,2 % (Wahl 2021: 6,3 %).16
Baden-Württemberg: Cem Özdemir wird Ministerpräsident

Cem Özdemir, seit Mai 2026 Ministerpräsident von Baden-Württemberg, bei einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor, 24. Februar 2025. Foto: Leonhard Lenz, Wikimedia Commons, Lizenz: CC0
Cem Özdemir hatte im Oktober 2024 angekündigt, als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2026 die Nachfolge von Winfried Kretschmann anzustreben; für den Bundestag kandidierte er 2025 nicht erneut.17 Im Wahlkreis Stuttgart II erhielt er 47,9 % der Erststimmen.18
Grüne und CDU erhielten laut Wikipedia jeweils 56 Sitze. Nach Sondierungen und Koalitionsverhandlungen im März und April 2026 unterzeichneten beide Parteien den Koalitionsvertrag „Aus Verantwortung fürs Land. Gemeinsam stark in stürmischen Zeiten“; die CDU stellt ein Ministerium mehr und mit Thomas Strobl den Landtagspräsidenten.19 Am 13. Mai 2026 wählte der Landtag Özdemir mit 93 Ja-Stimmen bei 26 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen zum Ministerpräsidenten; die Koalition verfügt über 112 Sitze. Laut ZDF ist er der erste Ministerpräsident mit türkischen Wurzeln.20
In der Debatte über den Umgang mit der AfD drängt Özdemir laut FAZ auf eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe.21
Regierungsbeteiligungen in den Ländern
Stand: 14.09.2026, vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026.
| Land | Regierungschef | Koalition | seit |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Cem Özdemir (Grüne) | Grüne, CDU | 13.05.2026 |
| Bremen | Andreas Bovenschulte (SPD) | SPD, Grüne, Linke | 05.07.2023 |
| Hamburg | Peter Tschentscher (SPD) | SPD, Grüne | 07.05.2025 |
| Niedersachsen | Olaf Lies (SPD) | SPD, Grüne | 20.05.2025 |
| Nordrhein-Westfalen | Hendrik Wüst (CDU) | CDU, Grüne | 29.06.2022 |
| Schleswig-Holstein | Daniel Günther (CDU) | CDU, Grüne | 29.06.2022 |
Die Daten nennen den Amtsantritt der jeweils aktuellen Regierung. Quellen: Wikipedia, ZDFheute.3 In Rheinland-Pfalz schieden die Grünen im Mai 2026 nach zehn Jahren Ampel-Koalition aus der Regierung aus.22
Programm und Parteireform
- Grundsatzprogramm: „‚… zu achten und zu schützen …‘ Veränderung schafft Halt.“ Das vierte Grundsatzprogramm der Partei wurde im November 2020 auf dem ersten digitalen Parteitag beschlossen.23 24
- Wahlprogramm 2025: „Zusammen wachsen“, laut Wikipedia beschlossen auf der außerordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz am 26. Januar 2025 in Berlin.25
Ein Prozess für ein neues Grundsatzprogramm ist bislang nicht angekündigt. Alle Wahlprogramme im Vergleich: Wahlprogramme.
Urabstimmung über die Parteireform 2026
In einer Urabstimmung stimmten die Mitglieder über 17 Satzungsänderungen ab. Nach dem am 1. Juli 2026 bekannt gegebenen Ergebnis wurden alle Vorschläge angenommen; die Beteiligung lag bei rund 35 %.26
- Anträge von Einzelmitgliedern brauchen künftig Unterstützerunterschriften von 0,05 % der Mitglieder. Diese Änderung erhielt mit 51,5 % die geringste Zustimmung.
- Ortsverbände dürfen künftig keine Anträge mehr stellen.
- Die Trennung von Amt und Mandat wird für den Parteivorstand leicht gelockert.
- Die Politische Bundesgeschäftsführung heißt künftig „Generalsekretär/in“.
Kritiker halten Satzungsänderungen per Urabstimmung für rechtlich unzulässig; laut taz ist ein weiterer Rechtsstreit möglich.7
Bundesdelegiertenkonferenzen 2025 und 2026
| Parteitag | Datum und Ort | Wahlen | Beschlüsse |
|---|---|---|---|
| Außerordentliche BDK | 26.01.2025, Berlin | – | Wahlprogramm 2025 |
| 51. BDK | 28.–30.11.2025, Hannover | Nachwahlen zu Bundesvorstand und Parteirat | u. a. „Energiewende 2.0“, Erbschaftsteuer, digitale Souveränität, Chatkontrolle |
| 52. BDK | 04.–06.12.2026, Berlin | noch offen | noch offen |
Quellen: Wikipedia, gruene.de.4 27
Spitzenkandidatur 2029
Wer die Grünen in die nächste Bundestagswahl führt, ist nicht entschieden; öffentliche Festlegungen der Partei gibt es bislang nicht. 2025 war Robert Habeck Kanzlerkandidat, 2021 Annalena Baerbock. Die Spitzenkandidaten für 2013 und 2017 hatten die Mitglieder per Urwahl bestimmt.5 Einen Überblick über mögliche Kandidaten aller Parteien gibt die Seite Spitzenkandidaten.
Weiterführende Artikel
- ZDFheute: Baden-Württemberg: Özdemir zum Ministerpräsidenten gewählt (13.05.2026)
- Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Ergebnis der Landtagswahl 2026
- taz: Abstimmung zur Parteireform: Grüne gewinnen eine Wahl (01.07.2026)
- ZDFheute: Grünen-Parteireform: Mehr Tempo statt Antragsflut (01.07.2026)
- SWR Aktuell: CDU-Politiker Schnieder neuer Ministerpräsident von RLP (18.05.2026)
- n-tv: Linke verdoppelt Mitgliederzahl in nur einem Jahr (07.03.2026, mit Zahlen der Grünen)
- Tagesspiegel: Mitgliederzahlen der Berliner Parteien: Linke legt deutlich zu, Grüne verlieren Mitglieder (12.08.2026)
- ZDFheute: Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD liegt klar vor CDU (06.09.2026)
- Wikipedia: Bündnis 90/Die Grünen
Einzelnachweise
-
Die Bundeswahlleiterin, Bundestagswahl 2025: Endgültiges Ergebnis. ↩
-
Die Bundeswahlleiterin, Ergebnisse der Bundestagswahlen 2013, 2017, 2021 und 2025. ↩
-
Wikipedia, Landesregierung (Deutschland), Tabelle der amtierenden Landesregierungen, abgerufen am 14.09.2026. ↩ ↩2
-
Wikipedia, Liste der Bundesversammlungen von Bündnis 90/Die Grünen, abgerufen am 14.09.2026. ↩ ↩2
-
Wikipedia, Bündnis 90/Die Grünen, abgerufen am 14.09.2026. ↩ ↩2
-
Wikipedia, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
taz, Abstimmung zur Parteireform: Grüne gewinnen eine Wahl, 01.07.2026. ↩ ↩2
-
Die Bundeswahlleiterin, Europawahl 2024: Ergebnisse Deutschland. ↩
-
n-tv, Linke verdoppelt Mitgliederzahl in nur einem Jahr, 07.03.2026. ↩
-
Oskar Niedermayer, Parteimitglieder in Deutschland: Version 2025, Arbeitshefte aus dem Otto-Stammer-Zentrum Nr. 33, FU Berlin, Tabelle 1. ↩
-
Tagesspiegel, Mitgliederzahlen der Berliner Parteien: Linke legt deutlich zu, Grüne verlieren Mitglieder, 12.08.2026. ↩
-
wahlrecht.de, Sonntagsfrage Bundestagswahl, Stand 15.09.2026; eigene Berechnung der Monatsmittel. ↩
-
Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, Landtagswahl 2026: Endergebnis (Excel-Datei). ↩
-
ZDFheute, Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD liegt klar vor CDU, 06.09.2026 (vorläufiges Ergebnis). ↩
-
Wikipedia, Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
wahlrecht.de, Umfragen zu den Landtagswahlen in Berlin (Stand 14.09.2026) und Mecklenburg-Vorpommern (Stand 16.09.2026); Mittelwert der neuesten Umfragen. ↩
-
Wikipedia, Cem Özdemir, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Landtagswahl 2026: Ergebnis Baden-Württemberg. ↩
-
Wikipedia, Kabinett Özdemir, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
ZDFheute, Baden-Württemberg: Özdemir zum Ministerpräsidenten gewählt, 13.05.2026. ↩
-
Legal Tribune Online, Die juristische Presseschau vom 11. September 2026 (mit Verweis auf die FAZ). ↩
-
SWR Aktuell, CDU-Politiker Schnieder neuer Ministerpräsident von RLP, 18.05.2026. ↩
-
Bündnis 90/Die Grünen, Grundsatzprogramm „… zu achten und zu schützen …“ Veränderung schafft Halt (PDF). ↩
-
Bündnis 90/Die Grünen, Grundsatzprogramm, abgerufen am 14.09.2026. ↩
-
Bündnis 90/Die Grünen, Zusammen wachsen. Regierungsprogramm 2025 (PDF). ↩
-
ZDFheute, Grünen-Parteireform: Mehr Tempo statt Antragsflut, 01.07.2026. ↩
Zuletzt aktualisiert am 14. September 2026.






