Wahlberechtigte bei der Bundestagswahl

Wahlrecht, Zahl der Wahlberechtigten, Altersstruktur, Erstwähler, Deutsche im Ausland und Länder 2025

Zuletzt aktualisiert am 1. Oktober 2026

Bei der Bundestagswahl 2025 waren nach dem endgültigen Ergebnis 60.510.631 Menschen wahlberechtigt. Das waren rund 660.000 weniger als 2021 (61.172.771). Den bisher höchsten Wert gab es 2009 mit 62.168.489 Wahlberechtigten.12

Wie viele Menschen bei der Bundestagswahl 2029 wählen dürfen, steht erst nach Abschluss der Wählerverzeichnisse fest. Eine Schätzung veröffentlicht das Statistische Bundesamt in der Regel einige Monate vor der Wahl – für 2025 im Dezember 2024, für 2021 und 2017 jeweils im Februar des Wahljahres.345

Wer darf wählen?

Wahlberechtigt bei der Bundestagswahl sind alle Deutschen, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens drei Monaten in Deutschland wohnen oder sich gewöhnlich hier aufhalten und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.6 Ein Ausschluss ist nur durch Richterspruch möglich: Bei bestimmten politischen Straftaten wie Landesverrat oder Wahlfälschung kann ein Gericht das Wahlrecht für zwei bis fünf Jahre entziehen.7

Wer das Wahlrecht hat, wird von der Gemeinde automatisch in das Wählerverzeichnis des Wahlbezirks eingetragen und erhält vor der Wahl eine Wahlbenachrichtigung, die das zuständige Wahllokal nennt. Wer am Wahltag nicht dort wählen kann, beantragt einen Wahlschein und wählt per Brief oder in einem anderen Wahllokal des Wahlkreises.7 Mehr dazu unter Praktische Informationen. Für die Wahl 2025 waren rund 675.000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer in etwa 90.000 Urnen- und Briefwahlbezirken im Einsatz.8

Nicht wahlberechtigt sind Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, auch wenn sie seit Langem in Deutschland leben; Unionsbürgerinnen und Unionsbürger dürfen nur bei Kommunal- und Europawahlen mitwählen. Zur Wahl 2021 zählte das Statistische Bundesamt 8,7 Millionen volljährige Ausländerinnen und Ausländer ohne Wahlrecht sowie 13,7 Millionen Minderjährige. Rund 7,9 Millionen Wahlberechtigte, etwa 13 Prozent, hatten einen Migrationshintergrund.9

Wahlalter: 18 Jahre – und die Debatte um 16

Das Wahlalter von 18 Jahren steht im Grundgesetz (Artikel 38 Absatz 2) und gilt bei Bundestagswahlen seit 1972; zuvor lag es bei 21 Jahren.102 Bei der Europawahl 2024 durften in Deutschland erstmals 16- und 17-Jährige wählen; mehrere Länder haben das Wahlalter bei Kommunal- oder Landtagswahlen ebenfalls auf 16 gesenkt.1011 Für die Bundestagswahl wäre eine Grundgesetzänderung mit Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat nötig. Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD sieht dazu nur einen Prüfauftrag vor; im Juni 2026 hatten sich Union und SPD noch nicht auf eine Wahlrechtsreform verständigt.12 Mehr zum Stand der Reformdebatte: Wahlrecht.

Wahlberechtigte seit 1949

Bei der ersten Bundestagswahl 1949 waren 31,2 Millionen Menschen wahlberechtigt. Mit der Senkung des Wahlalters von 21 auf 18 Jahre stieg die Zahl 1972 auf 41,4 Millionen, mit der Wiedervereinigung von 45,3 Millionen (1987) auf 60,4 Millionen (1990). Nach dem Höchststand 2009 geht sie leicht zurück, weil mehr Wahlberechtigte sterben als junge Deutsche volljährig werden: Von 1990 bis 2009 kamen noch 1,7 Millionen hinzu, seitdem sind es 1,7 Millionen weniger. Insgesamt hat sich die Zahl der Wahlberechtigten seit 1949 fast verdoppelt.2 Für 2025 nannte das Statistische Bundesamt zusätzlich Korrekturen der Bevölkerungszahlen nach dem Zensus 2022 als Grund.3

Altersstruktur der Wahlberechtigten 2025

Die repräsentative Wahlstatistik der Bundeswahlleiterin schlüsselt die Wahlberechtigten nach Geburtsjahrgängen auf. Danach waren 2025 rund 31,1 Millionen Frauen und 29,4 Millionen Männer wahlberechtigt.13

Die größte Gruppe sind die über 70-Jährigen mit 14,2 Millionen Menschen (23,5 %), gefolgt von den 60- bis 69-Jährigen (11,5 Millionen) und den 50- bis 59-Jährigen (10,0 Millionen). 42,6 % der Wahlberechtigten waren 60 Jahre oder älter, nur 13,0 % jünger als 30.13

Gegenüber 2021 hat sich die Struktur verschoben: Die Zahl der 18- bis 20-Jährigen sank um 26,1 Prozent, die der 50- bis 59-Jährigen um 15,7 Prozent, während die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen um 10,4 Prozent und die der über 70-Jährigen um 7,3 Prozent wuchs – die geburtenstarken Jahrgänge rücken ins Rentenalter.13

Im langen Vergleich ist die Alterung deutlich: 1972, bei der ersten Wahl mit Wahlalter 18, waren 12,3 Prozent der Wahlberechtigten jünger als 25 und 11,0 Prozent 70 Jahre oder älter. 2025 stellten die unter 25-Jährigen 6,9 Prozent, die über 70-Jährigen 23,5 Prozent.14 Bei der Wahlbeteiligung lagen 2025 die 60- bis 69-Jährigen mit 85,5 Prozent über, die ab 70-Jährigen mit 79,3 Prozent unter dem Durchschnitt von 82,5 Prozent.13 Wie sich die Beteiligung nach Alter unterscheidet, zeigt der Artikel Wahlbeteiligung.

Erstwählerinnen und Erstwähler

Als Erstwählerinnen und Erstwähler gelten alle jungen Deutschen, die seit der vorangegangenen Bundestagswahl volljährig geworden sind. Für 2025 schätzte das Statistische Bundesamt ihre Zahl auf rund 2,3 Millionen – 1,2 Millionen Männer und 1,1 Millionen Frauen –, das sind 3,9 Prozent aller Wahlberechtigten.3 Dass die Zahl niedriger ausfiel als bei früheren Wahlen, lag auch am kurzen Abstand zur Wahl 2021: Seitdem waren wegen der vorgezogenen Neuwahl nur knapp dreieinhalb Jahre statt vier vergangen.

2013 und 2017 waren es jeweils rund 3,0 Millionen (4,8 Prozent), 2021 rund 2,8 Millionen (4,6 Prozent).1554 Die repräsentative Wahlstatistik zählte 2025 rund 1,45 Millionen Wahlberechtigte im Alter von 18 bis 20 Jahren; von ihnen gingen 78,8 Prozent zur Wahl, etwas weniger als im Durchschnitt aller Wahlberechtigten (82,5 Prozent).13

Deutsche im Ausland

Deutsche, die dauerhaft im Ausland leben und in Deutschland nicht gemeldet sind, werden nicht automatisch in ein Wählerverzeichnis eingetragen. Sie können auf Antrag wählen, wenn sie nach Vollendung des 14. Lebensjahres mindestens drei Monate ununterbrochen in Deutschland gelebt haben und dieser Aufenthalt nicht länger als 25 Jahre zurückliegt – oder wenn sie aus anderen Gründen persönlich und unmittelbar mit den politischen Verhältnissen in Deutschland vertraut und von ihnen betroffen sind. 2025 musste der Antrag bis zum 2. Februar gestellt werden.7

Die Zahl der Eintragungen ist stark gestiegen: von rund 67.000 (2013) über etwa 129.000 (2021) auf 213.255 zwei Tage vor der Wahl 2025.1617 2021 lebten die meisten von ihnen in EU-Staaten (46,3 Prozent) und im übrigen Europa (39 Prozent), gefolgt von Amerika (8,2 Prozent) und Asien (4,1 Prozent).16 Gemessen an allen Wahlberechtigten bleibt die Gruppe klein: 2025 machten die Eingetragenen rund 0,35 Prozent aus. Bei der vorgezogenen Wahl 2025 blieb wegen der verkürzten Fristen wenig Zeit, die Briefwahlunterlagen ins Ausland zu schicken und zurückzusenden.17

Wahlberechtigte nach Bundesländern

Fast die Hälfte aller Wahlberechtigten (49,6 %) lebt in den drei bevölkerungsreichsten Ländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. In allen Ländern außer Hamburg ging die Zahl gegenüber 2021 zurück, am stärksten in Thüringen, Sachsen-Anhalt und im Saarland.18 Die Zahl der Wahlberechtigten weicht von der Einwohnerzahl ab, weil Minderjährige und Menschen ohne deutschen Pass nicht mitzählen; in Stadtstaaten und Ballungsräumen mit hohem Ausländeranteil ist der Abstand besonders groß.

Nach der Bevölkerungszahl ohne Ausländerinnen und Ausländer werden auch die 299 Wahlkreise auf die Länder verteilt und zugeschnitten.19 Seit dem 1. Januar 2026 soll die Bevölkerung eines Wahlkreises höchstens 10 Prozent vom Durchschnitt abweichen (zuvor 15 Prozent); bei mehr als 15 Prozent (zuvor 25 Prozent) muss er neu zugeschnitten werden. Ihren Bericht für die Wahl 2029 übergab die Wahlkreiskommission im Juni 2026.20 Mehr dazu: Wahlrecht.

Land Wahlberechtigte 2025 2021 Veränderung
Nordrhein-Westfalen 12.884.209 13.040.267 −1,2 %
Bayern 9.481.659 9.517.664 −0,4 %
Baden-Württemberg 7.653.811 7.711.531 −0,7 %
Niedersachsen 6.043.412 6.105.381 −1,0 %
Hessen 4.341.919 4.383.047 −0,9 %
Sachsen 3.186.780 3.253.667 −2,1 %
Rheinland-Pfalz 3.014.482 3.053.335 −1,3 %
Berlin 2.442.042 2.460.618 −0,8 %
Schleswig-Holstein 2.262.811 2.272.717 −0,4 %
Brandenburg 2.033.539 2.048.844 −0,7 %
Sachsen-Anhalt 1.734.719 1.789.775 −3,1 %
Thüringen 1.652.462 1.707.726 −3,2 %
Hamburg 1.299.289 1.298.792 +0,0 %
Mecklenburg-Vorpommern 1.294.729 1.314.435 −1,5 %
Saarland 734.204 755.223 −2,8 %
Bremen 450.564 459.749 −2,0 %

Was aus den Stimmen der Wahlberechtigten wurde

Von allen Wahlberechtigten des Jahres 2025 wählten 70,8 % mit ihrer Zweitstimme eine Partei, die anschließend im Bundestag vertreten war. Die übrigen gingen nicht zur Wahl, stimmten ungültig oder wählten eine Partei, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte (eigene Berechnung aus dem amtlichen Ergebnis):

Zur Beteiligung bei früheren Wahlen siehe Wahlbeteiligung, zu den Stimmen ohne Sitz Fünf-Prozent-Hürde.

Weiterführende Artikel

Einzelnachweise

  1. Die Bundeswahlleiterin, Ergebnisse Deutschland – Bundestagswahl 2025, endgültiges Ergebnis. ↩

  2. Die Bundeswahlleiterin, Ergebnisse früherer Bundestagswahlen (PDF), Juni 2025, Tabellen 2 und 6. ↩ ↩2 ↩3

  3. Statistisches Bundesamt, Bundestagswahl 2025: mindestens 59,2 Millionen Wahlberechtigte, Pressemitteilung Nr. 460, 04.12.2024. ↩ ↩2 ↩3

  4. Der Bundeswahlleiter, Bundestagswahl 2021: 60,4 Millionen Wahlberechtigte, Pressemitteilung Nr. 01/21, 17.02.2021. ↩ ↩2

  5. Der Bundeswahlleiter, Bundestagswahl 2017: 61,5 Millionen Wahlberechtigte, Pressemitteilung Nr. 01/17, 03.02.2017. ↩ ↩2

  6. Grundgesetz, Artikel 38. ↩

  7. Bundeszentrale für politische Bildung, Fakten zur Bundestagswahl 2025. ↩ ↩2 ↩3

  8. Die Bundeswahlleiterin, Etwa 675.000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer im Einsatz, Pressemitteilung Nr. 15/25, Februar 2025. ↩

  9. Statistisches Bundesamt, Bundestagswahl 2021: Jede dritte Person mit Migrationshintergrund war wahlberechtigt, Pressemitteilung Nr. 463, 01.10.2021. ↩

  10. Die Bundeswahlleiterin, Glossar: Wahlalter, abgerufen am 18.09.2026. ↩ ↩2

  11. Frank Decker, Rechtliche Grundlagen der Bundestagswahl, Bundeszentrale für politische Bildung, 17.01.2025. ↩

  12. Tagesspiegel/dpa, Kein Kompromiss in Sicht: Union und SPD ringen um Reform des Wahlrechts, 07.06.2026. ↩

  13. Die Bundeswahlleiterin, Bundestagswahl 2025, Heft 4: Wahlbeteiligung und Stimmabgabe nach Geschlecht und Altersgruppen (PDF), Übersichten 3 und 5; Anteile daraus berechnet. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5

  14. Die Bundeswahlleiterin, Ergebnisse früherer Bundestagswahlen (PDF), Tabelle 13 (repräsentative Wahlstatistik); Werte für „unter 25“ aus den Altersgruppen 18–20 und 21–24 summiert. ↩

  15. Der Bundeswahlleiter, 61,8 Millionen Wahlberechtigte, Pressemitteilung vom 21.02.2013. ↩

  16. Deutscher Bundestag, Was Deutsche im Ausland als Wähler beachten müssen, 04.02.2025. ↩ ↩2

  17. Die Bundeswahlleiterin, Bundestagswahl 2025: Wahlteilnahme von Auslandsdeutschen, Pressemitteilung Nr. 23/25, 21.02.2025. ↩ ↩2

  18. Die Bundeswahlleiterin, Bundestagswahl 2025: Ergebnisse und Open-Data-Datei kerg2.csv, endgültiges Ergebnis, Stand 14.03.2025; Veränderungen daraus berechnet. ↩

  19. Bundeswahlgesetz, § 3 Wahlkreiskommission und Wahlkreiseinteilung, abgerufen am 01.10.2026. ↩

  20. Die Bundeswahlleiterin, Bericht der Wahlkreiskommission übergeben, 18.06.2026 (Bericht veröffentlicht als Bundestagsdrucksache 21/6800). ↩

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